Durststrecke gehört der Vergangenheit an. Öffnung der Gastro auch für die heimischen Betriebe im Bezirk Neunkirchen immens wichtig: Produktionen werden wieder angekurbelt.

Von Elfi Hagenbichler, Tanja Barta, Christian Feigl und Philipp Grabner. Erstellt am 12. Mai 2021 (04:33)
Freuen sich schon wieder aufs „Fasslschupfn“: Markus und Karin Wagner vom „Wolfsbräu – das Bucklige Welt-Bier.“
Stefan Wallner, Stefan Wallner

Der Braukessel läuft bereits auf Hochtouren und am Betriebsareal in Thernberg werden die Wolfsbräu-Fässer endlich wieder geschupft: „Wir freuen uns so, dass wir endlich wieder unsere Wirte beliefern können“, so das Brau-Ehepaar Markus und Karin Wagner beim Lokalaugenschein der NÖN. Kamen sie bisher vor allem durch die Unterstützung von Privatkunden über die Runden, so läuft nach einem halben Jahr Durststrecke das Braugeschäft wieder an. „Dass wir weiterhin unserer Tradition treu, klein, fein und authentisch sind, hat uns sicher in der Krise geholfen“, ist der Braumeister überzeugt. Rund 15 Gaststätten in der Region beliefert er mit seinem Wolfsbräu.

Positiv blickt man auch beim Fleischer-Aushängeschildbetrieb im Bezirk, Seidl Fleischereihandwerk, den Öffnungen entgegen: „Wir erwarten uns viel und stellen uns darauf ein, aber das ist natürlich auch ein heikles Thema. Denn vieles ist noch ungewiss. Insofern wird es auch eine Herausforderung für uns“, erzählt Matthias Seidl. Er hofft, dass man den Betrieb langsam wieder auf das ursprüngliche Niveau hochfahren kann: „Davon sind wir im Moment noch weit weg.“ Vermarktet wird in der Gastronomie und Hotellerie vor allem das Schneeberglandschwein mit seiner gesamten Produktvielfalt.

Keine großen Hoffnungen auf einen Anstieg der Nachfrage macht sich Reitersbergs Spargel-Meister Günter Igel. Die Nachfrage der Wirte bei ihm sei um die Hälfte eingebrochen. „Und ich glaube auch nicht, dass sie in den nächsten Wochen steigen wird. Ich hoffe aber, dass ich falsch liege“, so der Landwirt. Er glaubt, dass es eine Zeit dauern wird, bis alles wieder ins Laufen kommt. „Ich hoffe natürlich, dass es wieder bergauf geht. Aber bisher konnten wir unsere Ware auch so gut verkaufen“, freut sich Igel.

Den Ausgleich durch neue Sorten geschafft

Den Einbruch im Gastrobereich bekam auch Johannes Ribeiro da Silva mit seinem Kultgetränk „Silva“ zu spüren. Die Nachfrage in der Gastroszene sank um satte 60 Prozent ein. „Als Start-Up sind wir natürlich von einem großen Zuwachs abhängig. Aber wir haben den Ausgleich mit neuen Sorten unseres Getränks geschafft und so konnten wir auch neue Märkte eröffnen“, so Johannes Ribeiro da Silva. Die Anfragen würden jetzt schön langsam wieder steigen. „Wir sind aber sowieso ein saisonales Getränk und machen unseren Hauptumsatz im Sommer.“

In der Mohr-Sederl-Fruchtwelt in Zweiersdorf kam man 2020 „einigermaßen gut über die Runden“, Endverbraucher im Hofladen machten den langfristigen Ausfall der Gastro-Kunden wett. Das erste Quartal 2021 hingegen sei eine „Durststrecke“ gewesen: „Die im Mai beginnende Öffnung der Gastro ist für uns sehr wichtig. Besonders froh sind wir, dass wir wieder Gäste zu Führungen begrüßen dürfen“, so Andreas Sederl.

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