Gemeinderatswahl 2020: Nur ein Ortschef tritt zurück. Semmerings Horst Schröttner ist der Einzige der amtierenden Bürgermeister, der fix nicht mehr kandidiert.

Von Tanja Barta, Gerhard Brandtner, Johannes Authried und Philipp Grabner. Erstellt am 17. September 2019 (05:51)
Wodicka; Foto-Montage Alex König
Wodicka; Foto-montage Alex König

Seit der Vorwoche ist es fix: Die NÖ Gemeinderatswahlen finden am 26. Jänner 2020 statt. Grund genug für die NÖN, sich umzuhören – welche Bürgermeister im Bezirk treten erstmalig an, welche hören auf?

Neunkirchen, Ternitz, Gloggnitz und Umgebung: In Neunkirchen haben alle Parteien – bis auf die FPÖ – bereits bekanntgegeben, mit wem sie als Spitzenkandidat ins Rennen gehen wollen. Bei der ÖVP wird noch einmal Amtsinhaber Herbert Osterbauer in den Ring steigen. Er regiert die Bezirkshauptstadt seit 2010, aktuell in einer Koalition mit den Grünen.

Osterbauers Kollege aus Ternitz, Rupert Dworak (SPÖ), will es ebenso noch einmal wissen. „Ich werde diese Periode auch fertigmachen“, so Dworak. Und in Gloggnitz tendiert Listen-Stadtchefin Irene Gölles ebenfalls dazu, noch einmal anzutreten: „Das ist meine Tendenz“, so Gölles, die aber auf ausständige Gespräche verweist. In den umliegenden Gemeinden dürfte sich personell wenig verändern: Doris Kampichler (SPÖ) aus Buchbach, Johann Hainfellner (ÖVP) aus Bürg-Vöstenhof, Franz Antoni (SPÖ) aus Enzenreith und Franz Teix (ÖVP) aus Prigglitz wollen wieder kandidieren. Erstmals wissen will es Thomas Stranz, neuer ÖVP-Bürgermeister von Raach am Hochgebirge.

Schwarzatal: Die bisherigen Ortschefs setzen allesamt auf eine Verlängerung: Helmut Maier (SPÖ) aus Breitenau, Sylvia Kögler (SPÖ) aus Grafenbach, Hans Gneihs (ÖVP) aus Wartmannstetten, Günther Stellwag (ÖVP) aus Natschbach, Günter Wolf (SPÖ) aus Schwarzau und Walter Jeitler (SPÖ) aus Wimpassing scheinen als Spitzenkandidaten bereits wieder gesetzt. Eine Premiere ist die Wahl 2020 für Ulrike Trybus, Altendorfs neue Ortschefin. „Das Team bleibt bestehen“, so die ÖVP-Politikerin.

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Altendorfs Ulli Trybus gehört zu den erstmals kandidierenden Bürgermeistern.

Schneebergland: Peter Steinwender wurde 2016 neuer Bürgermeister von Grünbach – der SPÖ-Ortschef wird 2020 trotzdem nicht seine erste Gemeinderatswahl bestreiten, fanden doch schließlich 2017 Neuwahlen auf Initiative der ÖVP statt. Nun will er sich der ersten regulären Wahl stellen: „In unserem Team wird es kleinere Veränderungen geben, ein paar ältere Mandatare werden aufhören!“

Erstmals als Frontmann ins Rennen will SPÖ-Bürgermeister Florian Diertl in Puchberg gehen. Er übernahm das Amt 2017. Eine Premiere ist die Wahl 2020 auch für Höfleins SPÖ-Bürgermeister Harald Ponweiser, der 2016 Günther Stickler beerbte: „Unsere Liste werden wir adaptieren, was wir bis Ende des Monats fixieren werden.“

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St. Egydens Vizebürgermeisterin Elfi Gruber geht ebenso in Polit-Pension.

Erneut antreten wollen im Schneebergland Schrattenbachs ÖVP-Ortschef Franz Pölzelbauer, Willendorfs ÖVP-Bürgermeister Hannes Bauer („Ich gehe davon aus, dass es so sein wird!“), ÖVP-Ortschef Franz Woltron aus Würflach und ÖVP-Bürgermeister Wilhelm Terler aus St. Egyden. Seine Stellvertreterin, ÖVP-Vizebürgermeisterin Elfi Gruber, wird nicht mehr antreten. „Als neuer Vize wird Fritz Josef kandidieren“, so Terler.

Semmering/Raxgebiet: Mit Horst Schröttner wird sich mit der Wahl 2020 ein politisches Urgestein aus dem Gemeinderat verabschieden. Der ÖVP-Bürgermeister von Semmering machte zuletzt kein Geheimnis daraus, dass er nicht mehr kandidieren wird. Nachfolger steht aber noch keiner fest: „Wir führen momentan mit mehreren Kandidaten Verhandlungen. Die Entscheidung sollte aber bis Ende dieses Monats fallen.“

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Semmerings Bürgermeister Horst Schröttner (ÖVP) tritt bei der Wahl nicht mehr an.

Keine personellen Veränderungen dürfte es in den übrigen Gemeinden geben: Erstmalig in den Ring wird dabei ÖVP-Bürgermeister Hannes Döller aus Reichenau steigen, der das Amt während der Periode von Hans Ledolter übernahm. „Ich möchte bei meinem ersten Antritt die Stimmen ausbauen.“

Erneut kandidieren wollen außerdem Payerbachs Ortschef Edi Rettenbacher („Pro Payerbach“) und ÖVP-Ortschef Wolfgang Ruzicka aus Schottwien. Letzterer kündigt an, dass sich drei Gemeinderäte aus seinem Team verabschieden werden. Noch nicht festgelegt hat sich hingegen Engelbert Rinnhofer (ÖVP) aus Breitenstein. Seine Tendenz geht aber in Richtung einer erneuten Kandidatur. Und auch Michael Streif (SPÖ) aus Schwarzau/Gebirge will wieder in den Ring steigen: „Ich würde gerne nochmals antreten, das ist aber noch nicht fixiert“, so Streif.

Pittental/Wechselgebiet/Feistritztal/Region Aspang: Erstmalig antreten werden neben Seebensteins SPÖ-Ortschefin Marion Wedl auch ÖVP-Bürgermeister Bernhard Brunner aus Aspangberg-St. Peter und Kollege Alfred Brandstätter (ÖVP) aus Zöbern. Sie übernahmen ihre Ämter nach der Wahl 2015.

Erneut kandidieren wollen Aspangs ÖVP-Bürgermeisterin Doris Faustmann, Edlitz‘ ÖVP-Ortschef Manfred Schuh, Kirchbergs Willi Fuchs (ÖVP), Michael Gruber aus St. Corona (ÖVP), Karl Mayerhofer (ÖVP) aus Otterthal sowie Helmut Berger (SPÖ) aus Pitten, Johannes Hennerfeind (ÖVP) aus Trattenbach, Engelbert Ringhofer (ÖVP) aus Thomasberg, Michaela Walla (ÖVP) aus Warth, Hans Lindner (ÖVP) aus Scheiblingkirchen und Andi Graf (ÖVP) aus Mönichkirchen.

Und auch Engelbert Pichler, der erst kürzlich seinen 60er feierte, will auch 2020 als ÖVP-Ortschef von Grimmenstein regieren: „Der Wunsch ist jedenfalls da, aber einige Gespräche stehen noch aus“, so Pichler zur NÖN Neunkirchen. Als Spitzenkandidat wird auch Feistritz‘ ÖVP-Ortschef Franz Sinabel antreten – im Gegensatz zu seinem Stellvertreter, ÖVP-Vizebürgermeister Josef Aigner, der sein Amt nach zehn Jahren niederlegen wird.

Umfrage beendet

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