Im Job-Leben Fuß gefasst. AMS-Angebot trägt nicht nur in Niederösterreich, sondern auch im Bezirk Neunkirchen bereits Früchte.

Von Philipp Grabner. Erstellt am 24. April 2019 (04:05)
Philipp Grabner
„Die Erfahrungen, die wir gemacht haben, sind stets sehr positiv“, sagt AMS Neunkirchen-Geschäftsstellenleiter Walter Jeitler.

Es ist ein ehrgeiziges Ziel, das sich das Arbeitsmarktservice (AMS) Niederösterreich da gesetzt hat. Bis Ende des Jahres sollen 1.415 niederösterreichische Jobsuchende, bei denen eine Behinderung den Wiedereinstieg ins Erwerbsleben erschwert, nachhaltig in den Arbeitsmarkt integriert werden. Insgesamt 4,3 Millionen Euro an Einstellbeihilfen stellt das AMS für diese Zielgruppe zur Verfügung, Details siehe im Bericht nebenan.

Für Walter Jeitler, Bezirksstellenleiter des AMS in Neunkirchen, steht fest: Mit dieser Initiative schlägt man gleich zwei Fliegen mit einer Klappe. „Einerseits wird der betroffenen Person wieder eine Chance auf einen Arbeitsplatz gegeben. Und der Dienstgeber hat eine qualifizierte Fachkraft.“ Im Bezirk Neunkirchen konnte das AMS bereits 32 Personen auf diese Art und Weise unterstützen. Im Vorjahr waren es in allen zwölf Monaten 78 Personen.

"Ich bin sehr glücklich mit der neuen Kollegin"

Eine jener Personen, der im heurigen Jahr mithilfe dieser AMS-Initiative zu einem Job verholfen werden konnte, ist Frau S., die laut Jeitler über „nach außen hin nicht erkennbare, gesundheitliche Einschränkungen verfügt.“ Sie fand in einem kleinen Betrieb im Bezirk Neunkirchen – auch dieser möchte nicht genannt werden – einen Arbeitsplatz. „Bei der Suche nach einer neuen Mitarbeiterin für unseren kleinen Dienstleistungsbetrieb war mir neben der fachlichen Qualifikation vor allem wichtig, dass die neue Kollegin hoch motiviert ist und gut in unser kleines Team passt“, erklärt die Chefin des Betriebes gegenüber der NÖN. Im Rahmen des Bewerbungsgespräches habe man „ganz offen über ihre chronische Erkrankung gesprochen und mögliche Auswirkungen und Arbeiteinteilungen beraten“, wie sie erzählt.

Problem gab es in der bisherigen Zusammenarbeit, die nun bereits mehrere Monate andauert, keines: „Ich bin sehr glücklich mit der neuen Kollegin. Mit ihr haben wir nicht nur eine fachlich gute und hoch motivierte Mitarbeiterin gefunden, sondern haben ihr mit dem Job auch noch die Möglichkeit gegeben, wieder aktiv an der Gesellschaft teilzunehmen“, freut sich die Dienstgeberin.

Neben der finanziellen Unterstützung arbeitet das AMS im Rahmen dieser Berufseinstiegshilfe auch eng mit Arbeitsassistenten des Sozialministeriumsservice (SMS) zusammen, um „eine nachhaltige Integration im Betrieb und am konkreten Arbeitsplatz zu gewährleisten.“ Diese Assistenten halten von Beginn an mit allen Beteiligten Kontakt und unterstützen beim Einstieg sowie begleiten beim Arbeitsalltag.

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