Neunkirchen

Neues Jugendgesetz: Schnaps und Co. sind nun tabu. Spirituosen und Zigaretten gibt es nur mehr für über 18-Jährige. Dafür dürfen Jugendliche nun länger ausgehen.

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Rauchen und Spirituosen erst ab 18 Jahren, Ausgehen für Jugendliche künftig bis 23 Uhr statt 22 Uhr – das sind die wesentlichsten Änderungen, die das neue Jugendgesetz, welches mit Jahresbeginn in Kraft trat, mit sich bringt.

Oberstleutnant Johann Neumüller, Bezirkspolizeikommandant in Neunkirchen, sieht die geplanten Änderungen als „durchaus positiv“. Die Polizei werde die neuen Bestimmungen, so wie auch bisher, im Rahmen der bestehenden Mitwirkungsverpflichtung wahrnehmen und kontrollieren. Besondere Vorfälle in Bezug auf Verstöße nach dem NÖ Jugendgesetz im Bezirk Neunkirchen in den letzten Jahren sind Neumüller nicht bekannt. Besondere Schwerpunktaktionen zum Thema plane man nicht, bei größeren Veranstaltungen werde man aber „ein Auge darauf haben“, präzisiert Neumüller.

Rauchpause. Die Zigarette ist Jugendlichen unter 18 Jahren ab dem kommenden Jahr verboten.  |  Africa Studio /Shutterstock.com

In der Justizanstalt für Jugendliche in Gerasdorf, Gemeinde St. Egyden, gilt ab 2019 ein generelles Rauchverbot. Insofern werde es „zu keinen altersbedingten Debatten kommen“, ist Oberstleutnant Thomas Binder überzeugt: „Das muss natürlich einige Zeit lang beobachtet werden, auch, wie das zu meistern ist. Erst danach wird eine Evaluierung zeigen, ob das der richtige Weg ist.“

Betroffen von den neuen Regeln sind auch Organisatoren von Veranstaltungen sowie die Gastronomie. Das Steinfeldzentrum in Breitenau ist nun ein Nichtraucherbereich. „Was die Alkoholika betrifft, können wir mit Aushang darauf hinweisen, dass es für Jugendliche bis 18 Jahren neue Beschränkungen beim Alkoholkonsum gibt. Wir werden auch Stichproben machen, mehr ist auch uns nicht zumutbar“, meint Gastronom Gerhard Fuchs jun. zur NÖN.

Harald Brawenec: „Man kann nicht von allen einen Ausweis verlangen!“  |  Authried

Harald Brawenec, Schriftführer beim Verein „Event - Kultur - Ternitz“, verweist darauf, dass er und seine Kollegen ohnehin keine Veranstaltungen für Personen unter 14 Jahren organisieren würden. Brawenec: „Man kann die Jugendlichen nur vom optischen Aussehen her beurteilen und nicht von allen einen Ausweis verlangen. Ich bin aber überhaupt schon am Überlegen, ob man nicht schon an der Kasse das Alter abfragen sollte und die über 18-Jährigen mit Bändern am Arm kennzeichnen sollte.“

Auch Gastronom Christian Schicker vom Lokal „Allegro“ am Neunkirchner Hauptplatz sieht in dem neuen Gesetz keine Schwierigkeiten: „Das sollte kein Problem bei uns sein, da wir eher älteres Publikum haben. Beim Fortgehen von 14-Jährigen sind mehr die Eltern als wir Wirten in die Pflicht zu nehmen. Ich glaube kaum, dass ich meinen 14 Jahre alten Sohn unbeaufsichtigt bis 23 Uhr außer Haus lasse.“ Bei „jünger aussehenden“ Personen verlange er ohnehin einen Ausweis, geht Schicker ins Detail.

Als „guten Ansatz“ bezeichnet Andreas Preisinger vom Jugendzentrum Ternitz die neuen Regeln: „In der Praxis würde sich meiner Meinung nach aber nicht viel ändern, außer das Trafiken, der Einzelhandel und Gastronomen verstärkt Detektiv spielen müssen. Da bedarf es an mehr Info und Aufklärungsarbeiten im Schulwesen“, erklärt er der NÖN. Ausgehzeiten sollten die Eltern selbst regeln, meint er.

 

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