Öl-Heizungs-Verbot: Pellets ist beliebteste Alternative. Seit 1. Jänner dürfen Öl-Heizungen nicht mehr eingebaut werden. Die NÖN zeigt, wer im Bezirk profitiert und wer verliert.

Von Johannes Authried, Tanja Barta, Philipp Grabner, Clemens Thavonat und Gerhard Brandtner. Erstellt am 08. Januar 2019 (04:00)
SGN

Niederösterreich ist das erste Bundesland, in dem es in Neubauten keine Öl-Heizungen mehr geben wird. Dennoch: Jeder sechste Haushalt heizt immer noch mit Öl. Um ihnen den Umstieg zu erleichtern, gibt es einen Bonus. Bis zu 5.000 Euro gibt es für jene, die von Öl auf ein alternatives Heizmittel umsteigen.

„90 Prozent derjenigen, die Öl-Heizungen eingebaut haben, steigen auf Pellets um“, weiß Installateur Manfred Fuchs aus der Gemeinde Aspangberg-St. Peter. Ob es noch viele Haushalte in der Region gebe, die mit Öl heizen würden? Fuchs: „Ja, das sind schon noch einige.“ Probleme mit Kunden, die unverständlich auf das Verbot reagieren würden, gebe es keine, weiß Fuchs: „Da sind die Leute eigentlich sehr einsichtig, weil es ja schon länger angekündigt war.“

„Meines Wissens aus der Branche nach, baut niemand mehr Ölheizungen in einem großvolumigen Bau!“Martin Weber, SGN Neunkirchen.

In dieselbe Kerbe schlägt Installateur Walter Spanblöchl von „WSI Installationen“ in Aspang: Als Alternative für Öl-Heizungen biete sich eine Wärmepumpe an – aber auch Heizen mit Pellets oder Holz sei in der heutigen Zeit durchaus möglich: „Das Verbot wird akzeptiert, das wird als sinnvoll erachtet“, weiß er. Auch der Gloggnitzer Installateur Heinz Kopp hat nichts gegen das neue Gesetz: „Das Verbot für Ölheizungen bei Neubauten geht sicher in Ordnung, denn wir brauchen unser Erdöl für wichtigere Dinge!“

riopatuca-shutterstock
  

Davon, dass das Gesetz zwei Jahrzehnte zu spät komme, ist Michael Haberhauer, Geschäftsführer der Biowärme Schneebergland GmbH überzeugt: „Denn der Hausbrand mit Öl verursacht genau so viel Umweltbelastungen, wie es die Industrie verursachte, bevor Auflagen in Kraft traten“, meint er im Gespräch mit der NÖN Neunkirchen. „Zum jetzt in Kraft getretenen Verbot des Einbaus von Ölheizungen in Neubauten ist zu sagen, dass es vom Land ja bereits seit mehr als einem halben Jahr Direktiven gab, Ölheizungen nicht mehr neu zu installieren. Für uns, als Vertreter von Heizsystemen auf Hackgut-Basis, wird sich somit nicht viel ändern.“ Für „Häuslbauer“ zahle sich aber eine Hackschnitzelheizung nicht aus, ist Haberhauer überzeugt: „Und für einen Zusammenschluss mehrerer potenzieller Nutzer gibt es keine Förderungen.“

Öl ist schon lange nicht mehr aktuell

Die Siedlungsgenossenschaft Neunkirchen, kurz SGN, betreffe das Verbot nicht unbedingt, „weil wir Ölheizungen schon ewige Zeit nicht mehr einbauen“, so der Vorstandsvorsitzende Martin Weber zur NÖN Neunkirchen. „Meines Wissens aus der Branche nach, baut niemand mehr Ölheizungen in einem großvolumigen Wohnbau.“ Weber vermutet, dass das Verbot vor allem Einfamilienhäuser betreffe. „Aufgrund der ökologischen Faktoren spricht nichts gegen das Verbot – ich begrüße es daher und habe nichts dagegen“, so Weber.

Umfrage beendet

  • Was haltet ihr vom Verbot von Ölheizungen?