Siebente Ortschefin ab April. Sechs Gemeinden im Bezirk Neunkirchen werden aktuell von Bürgermeisterinnen geleitet. Im April kommt Ulrike Trybus dazu.

Von Tanja Barta, Philipp Grabner und Clemens Thavonat. Erstellt am 05. März 2019 (04:00)
Gemeinde
Ulrike Trybus wird in wenigen Wochen neue Bürgermeisterin der Gemeinde Altendorf.

Was Frauen in der Politik betrifft, nimmt der Bezirk Neunkirchen eine Vorreiterrolle ein. Schließlich wurde 1949 mit Zenzi Hölzl eine Gloggnitzerin erste weibliche Bürgermeisterin in Österreich. Aktuell werden von den 573 niederösterreichischen Gemeinden 69 von einer Frau regiert. Im Bezirk sind es derzeit sechs.

Weil ihr es „große Freude“ bereite, sich für ihre Gemeinde und deren Bürger einzusetzen, kandidierte die damalige Gemeinderätin Doris Faustmann im Jahr 2015 an erster Stelle der Aspanger ÖVP-Liste – und wurde erste Bürgermeisterin ihrer Heimatgemeinde. „Wenn Motivation und Einsatz passen, kann man sich auch als Frau in der Politik behaupten. Bei mir war es so, dass sich das Bürgermeisteramt aus meiner langen Tätigkeit als Gemeindebedienstete entwickelt hat.“ Frauen müssten sich politische Funktionen auch zutrauen, meint Faustmann: „Ich glaube, darin liegt oft das größte Handicap. Natürlich ist auch die Vereinbarkeit mit Familie und Beruf ein wesentliches Thema. Funktionieren kann es nur dann, wenn die Familie mithilft.“

Land NÖ, Abteilung Gemeinden; Illustration: Vitaly Art/Shutterstock.com; NÖN-Grafik: Bischof

Einen Aufwärts-Trend, was Frauen in Polit-Funktionen betrifft, sieht Sylvia Kögler, SPÖ-Bürgermeisterin von Grafenbach-St. Valentin: „Ich sitze ja bereits seit etwa 25 Jahren im Gemeinderat, bin damals aber eher zufällig in die Funktion gekommen. Damals gab es außer mir nur noch eine weibliche Gemeindepolitikerin. Das hat sich im Laufe der Zeit schon geändert, heute ist ein Drittel der Mandatare weiblich.“

In Kürze bekommt der Bezirk mit Ulrike Trybus, aktuell ÖVP-Gemeinderätin in Altendorf, eine siebente Bürgermeisterin. Sie folgt im April auf Ortschef Josef Pichler. „Als Frau hat man meiner Meinung nach auch einen anderen Zugang zum Organisieren als die meisten Männer. Wichtig ist es, Herz in die Politik zu bringen, Familiäres in die Abläufe. Mit männlichem Umfeld hatte ich noch nie Probleme, ich arbeite schon immer auch mit Männern zusammen.“

Ranghöchste Politikerin des Bezirks ist aktuell SPÖ-Bundesrätin Andrea Kahofer aus Neunkirchen. Um mehr Frauen in die Politik zu bekommen, brauche es vieles, ist sie überzeugt: „Ganz wichtig ist für mich auch, dass es Netzwerke geben muss, in die Frauen schnell Zugang finden. Bei uns sind das die SPÖ-Frauen, ganz besonders die Bezirksorganisationen. Frauen sind, wie Statistiken ergeben, besonders politisch interessiert, oft fehlt nur der erste Anstoß, um auch aktiv tätig zu sein.“

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