Steinwender: „Keiner freut sich über eine Fusion!“. Wie Bürgermeister kleiner Kommunen zu Gemeinde-Zusammenlegungen stehen würden.

Von Philipp Grabner und Tanja Barta. Erstellt am 21. April 2021 (03:22)
Schrattenbachs Bürgermeister Franz Pölzelbauer (ÖVP) vor dem Gemeindeamt, das gerade neu gestaltet wird.
Philipp Grabner, Philipp Grabner

Fusionen von Gemeinden stehen im Bezirk aktuell nirgendwo zur Debatte – trotzdem wird eine Zusammenlegung oft und gerne auf theoretischer Basis diskutiert. Die NÖN wollte von Ortschefs kleiner Kommunen wissen, wie sie zu einem solchen Schritt stehen würden...

Exakt 375 Hauptwohnsitzer zählt die kleine Gemeinde Schrattenbach aktuell – dazu kommen rund hundert Nebenwohnsitzer. Eine Fusion, etwa mit der Nachbargemeinde Grünbach, kommt für Bürgermeister Franz Pölzelbauer (ÖVP) aber keinesfalls in Frage, wie er im NÖN-Gespräch sagt: „Eigenbestimmung ist bei uns ein wichtiges Thema – schon aus der Historie heraus zeigt sich Schrattenbach immer schon sehr autark und selbstständig“, meint der Ortschef. Einer Zusammenarbeit auf administrativer Ebene verwehrt sich Pölzelbauer aber keineswegs – im Gegenteil: „Wir haben eine gemeinsame Pfarre, eine gemeinsame Feuerwehr und auch die Schulgemeinden werden mit den Nachbarortschaften geführt“, meint Pölzelbauer.

Rückendeckung erhält er dabei von seinem Nachbarbürgermeister Peter Steinwender (SPÖ) aus Grünbach am Schneeberg. Auch für ihn wäre eine Fusion völlig undenkbar: „Die Gemeindebürger wollen und brauchen ihre Heimat mit den lokalen Ansprechpersonen. Niemand würde sich über eine Fusion freuen“, ist er überzeugt. Jeder Ort brauche seinen Bürgermeister und ein Bürgerservice, so Steinwender: „In allen anderen Bereichen kann man über eine gemeinsame Umsetzung nachdenken.“ Er plädiert für eine Verbesserung der „Kooperation zwischen den Gemeinden“, wie er sagt: „In vielen Bereichen kann man sich gegenseitig helfen – bei der Feuerwehr gelingt das bei uns sehr, sehr gut“, so Steinwender.

Auch für die Verantwortlichen der Gemeinden Grafenbach-St. Valentin und Altendorf wäre eine Fusion völlig undenkbar. „Ich sehe keinen Grund dazu. Die Gemeinden haben sich völlig eigenständig entwickelt“, erklärt Grafenbachs SPÖ-Ortschefin Sylvia Kögler. Ähnlich sieht das ihre Kollegin, Altendorfs ÖVP-Bürgermeisterin Ulrike Trybus. Man sei hier ein eingeschweißtes Team: „Und ich denke, dass die Bürger auch nicht wirklich für eine Zusammenlegung wären!“