Strafe für Altortschef nach tödlichem Unfall . Ex-Bürgermeister wurde für Unglück im Vorjahr verurteilt. Er überfuhr damals einen Radfahrer, der seinen Verletzungen erlag.

Von Tanja Barta. Erstellt am 21. Mai 2019 (05:00)
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 „Es tut mir sehr leid. Ich kann es aber nicht mehr ungeschehen machen“, stockte dem ehemaligen Ortschef die Stimme, als er über den 2. Juli 2018 sprach. Damals war er um ca. 7 Uhr am Weg zu einem Arzt nach Wiener Neustadt, als er von der Sonne geblendet wurde und dabei einen Mann, der am Rad unterwegs war, angefahren hatte. Dieser erlag in weiterer Folge seinen schweren Verletzungen am 3. Juli.

Es sind Szenen, die der langjährige Ortschef nie wieder vergessen wird. Vergangene Woche musste der Altbürgermeister den 2. Juli des Vorjahres am Bezirksgericht Neunkirchen nochmals Revue passieren lassen. „Ich war gegen 7 Uhr in der Früh am Weg zum Arzt nach Wiener Neustadt. Vorher habe ich noch Geld abgehoben. Um ca. 7.10 Uhr muss der Unfall dann passiert sein“, so der Angeklagte.

„Es ist schrecklich, wenn du jemanden überfährst, der aus deiner Heimatgemeinde stammt!“Der Angeklagte bekannte sich schuldig.

Im Bereich der Bundesstraße nahe Guntrams lag eine Rechtskurve im Schatten. Als er diese verlassen hatte, wurde er von der Sonne geblendet und hörte nur einen lauten Knall. „Ich bin dann ausgestiegen und habe den Mann dort liegen sehen. Er hat noch geatmet, eher geröchelt und es kam Blut aus seinem Mund“, erzählt er. Gemeinsam mit einem weiteren Mann, der kurz nach dem Unfall vorbeifuhr, leistete er Erste Hilfe. Kurz danach seien fünf bis sechs weitere Personen hier gewesen, zwei davon waren Krankenschwestern. „Es ist schrecklich, wenn du jemanden überfährst, der aus deiner Heimatgemeinde stammt“, bereut der Altbürgermeister das, was passiert ist.

Bereits im Vorfeld der Verhandlung stand fest: Er bekennt sich zur Tat und gibt somit zu, schuldig an dem schrecklichen Unglück zu sein. Schon vor der Verhandlung hat der Angeklagte Kontakt zur betroffenen Familie aufgenommen. „Nach dem Begräbnis waren sie dazu bereit, mit mir zu sprechen. Den Kontakt habe ich über meinen Sohn hergestellt. Ich habe ihnen dann erklärt, wie es zu diesem Unfall gekommen ist und mich bei ihnen entschuldigt“, so der Angeklagte vor Gericht. Zudem hat er, soweit wie möglich, bereits Schadensgutmachung geleistet, wie zum Beispiel die Begräbniskosten übernommen.

Der Angeklagte wurde am Ende für schuldig bekannt und zu einer Geldstrafe von insgesamt 5.400 Euro verurteilt.