„Spaltung wird weiter befeuert!“. 3G-Kontrollen laufen laut Organisatoren gut, Verschärfungen machen die Situation nun aber deutlich schwieriger.

Von Philipp Grabner und Johannes Authried. Erstellt am 15. September 2021 (04:31)

Am ersten Tag war es violett, am zweiten Tag weiß und am dritten Tag grün-blau. Die Rede ist von den Eintrittsbändchen, die die Gäste des Neunkirchner Stadtfestes am Wochenende erhielten. Angelegt wurde es jenen Personen, die einen gültigen 3G-Nachweis vorbrachten, also entweder gegen Covid-19 geimpft sind, eine Erkrankung durchgestanden haben oder einen gültigen Test absolviert hatten.

„Natürlich gibt es immer ein paar Beschwerden, aber der Großteil hat sich daran gehalten“, zieht Neunkirchens Bürgermeister Herbert Osterbauer (ÖVP) am Montag gegenüber der NÖN Bilanz. Zugleich ist der Stadtchef „froh“, dass noch die bereits bekannten Maßnahmen in Kraft waren – eine Durchführung bei verschärften Maßnahmen sei „mit Sicherheit erheblich schwieriger gewesen“: „Ich hätte vermutlich drei Mal länger überlegt, ob wir das Stadtfest durchführen oder aber doch absagen“, gibt Osterbauer zu.

Ähnlich sieht die Sache bei der Freiwilligen Feuerwehr in St. Corona am Wechsel aus. Die Mannschaft rund um Kommandant Christoph Bauer hatte am Wochenende zum Dämmerschoppen ins Feuerwehrhaus geladen – auch hier galt die 3G-Regel. „Das funktioniert gut und ich muss sagen, dass ich positiv überrascht war, wie gut das auch von den eigenen Leuten angenommen wurde“, so der Kommandant. Mit den Verschärfungen hat sich Bauer noch nicht näher befasst: „Aber ganz generell glaube ich, dass es dann schwierig geworden wäre.“

Veranstalter René Harather vom Kulturcentrum in Wimpassing bemerkte nach der Aufhebung des Lockdowns ab Mai „große Zurückhaltung beim Publikum“ – bei den zehn Konzerten, die die Otto-Schwarz-Musikschule im Mai und Juni ausrichtete, konnten im Schnitt zwei Drittel weniger Besucher begrüßt werden. „Dieser Trend setzte sich bei unserer einzigen Kabarett-Veranstaltung des Kulturvereins im Sommer fort.“

Durch die nun von der Bundesregierung verkündeten Maßnahmen erwartet Harather eine Fortsetzung dessen. „Nur Geimpften Zutritt zu ermöglichen wäre zwar vor allem für die vielen kleineren Kulturvereine eine gewisse Erleichterung und würde vielleicht eine Art ,Kulturgenuss wie früher‘ darstellen, wahrscheinlich aber die bereits vorhandenen Tendenzen zur Spaltung der Bevölkerung weiter befeuern“, meint Harather gegenüber der NÖN Neunkirchen.

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