PCR-Tests sorgen für Chaos an Bezirks-Schulen

Ergebnisse von PCR-Tests kamen unvollständig oder gar nicht in den Schulen an. Bernhard Brunner, Chef der Pflichtschullehrer im Bezirk Neunkirchen, übt Kritik.

Philipp Grabner
Philipp Grabner Erstellt am 15. September 2021 | 06:01
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Bernhard Brunner ist Chef der Pflichtschullehrer im Bezirk Neunkirchen.
Foto: Grabner

Mit einer sogenannten „Sicherheitsphase“ startete vor wenigen Tagen an Niederösterreichs Schulen wieder der Unterricht, auch im Bezirk Neunkirchen. Der Start in das Herbstsemester verlief allerdings nicht unbedingt reibungslos – besonders die PCR-Tests sorgten für Komplikationen.
„Grundsätzlich ist das dreimalige Testen in der Woche am Anfang eine gute Idee, aber die Umsetzung hat einfach nicht funktioniert“, kritisiert Bernhard Brunner gegenüber der NÖN in seiner Funktion als Dienststellenausschussvorsitzender der Pflichtschullehrer im Bezirk Neunkirchen. Brunner ist auch Direktor der Mittelschule in Scheiblingkirchen.

Konkret sei es Vorgabe gewesen, am Dienstag PCR-Spucktests durchzuführen – bis Mittwochfrüh hätten dann die Ergebnisse eintreffen sollen. „Damit wir dann rechtzeitig die Eltern informieren können, dass ihre Kinder positiv getestet wurden und sie sie bitte nicht in die Schule schicken sollen“, erklärt Brunner. Doch genau hier habe „kaum etwas funktioniert“, hält Brunner fest: „Manche Schulen haben kein einziges Testergebnis erhalten, andere nur unvollständige Listen. Schließlich mussten sich jene Schüler, bei denen kein Ergebnis vorlag, einem Schnelltest unterziehen. Das hat wiederum für Wirbel bei manchen Eltern gesorgt“, meint Brunner. An seiner Schule kamen 54 von 137 Testergebnissen an. „Die anderen kamen – auch nicht vollständig – am nächsten Tag“, so Brunner.

Was ihn besonders ärgert: Dass es vonseiten der Verantwortlichen „keine Entschuldigung, keine Stellungnahme“ gab: „Wir müssen das ja gegenüber den Eltern argumentieren“, erklärt Brunner. Von den „Covid-Fighters“, die für die Tests verantwortlich zeichnen, habe es zwar eine Reaktion auf die Vorfälle gegeben, Bildungsministerium und Bildungsdirektion aber hätten sich in Schweigen gehüllt. „Es muss nicht immer alles zu hundert Prozent funktionieren, aber man muss auch zu Fehlern stehen und kann die Schulen nicht im Regen stehen lassen“, so Brunners Forderung.

„Man muss auch zu Fehlern stehen und kann die Schulen nicht im Regen
stehen lassen!“ Bernhard Brunner

Ähnliches berichten weitere Leiter von Bezirksschulen auf Anfrage der NÖN – sie wollen allerdings anonym bleiben. Sie berichten von „großem Stress“ und dass man ob der Ereignisse schon „frustriert“ sei. „Wir wollen die größtmögliche Normalität für die Kinder und dann passieren solche Dinge“, heißt es etwa aus einer Schule.
Bei der Bildungsdirektion bestätigt man auf NÖN-Anfrage lediglich, dass es „bei der Abholung von PCR-Tests, seitens des vom Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Forschung beauftragten Unternehmen, Probleme gegeben hat“. Die Bildungsdirektion habe jene Schulen, wo keine Abholung erfolgt sei, ersucht, die Schüler mit Antigen-Tests zu testen. Auf die Kritik an einer fehlenden Reaktion gegenüber den Schulen wollte man nicht näher eingehen. Bei den „Covid-Fighters“, jenem Unternehmen, das die Tests zur Verfügung stellte, bedauert man die Probleme: Ein wesentlicher Roboter sei ausgefallen, so Geschäftsführer Boris Fahrnberger, der sich bei den Direktoren „für die verspäteten Testergebnisse“ entschuldigte.

Das technische Problem sei „mittlerweile behoben“ worden, erklärt er: „Wir sehen uns als Partner der Schulen. Wir werden alles daran setzen, dass wir die Testabholungen und -auswertungen mit höchster Qualität und in der kurzen Zeit schaffen.“ Eine Anfrage an das Ministerium blieb unbeantwortet.