Franz Fidler: „Hund ist gleich Wolf, egal welche Rasse“. Stadtpolitiker rufen zu mehr Vernunft und strengeren Gesetzen auf.

Von Tanja Barta. Erstellt am 06. Juli 2019 (06:01)
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Hundehaltern sollen ihre Vierbeiner im Wald an die Leine nehmen, das wäre für ÖVP-Gemeinderat und Jäger Franz Fidler wichtig .

Immer wieder kommt es vor, dass Hunde in Waldgebieten ohne Leine unterwegs sind oder auch im Stadtgebiet ausbüchsen und dann Fußgänger einfach beißen. Auch in der letzten Gemeinderatssitzung in Ternitz wurde das Hundethema angeschnitten und viel diskutiert. Die NÖN Neunkirchen fragte bei Stadtamtsdirektor Gernot Zottl nach, wie groß das „Hundeproblem“ wirklich ist.

Derzeit sind 34 Listenhunde in Ternitz registriert. „Ob es hier eine Dunkelziffer gibt, etwa weil auch Kreuzungen mit Listenhunden als solche gelten, kann ich pauschal nicht sagen“, so Zottl in einem Statement. In letzter Zeit ist es zu zumindest zwei schweren Vorfällen im Stadtgebiet von Ternitz gekommen. In beiden Fällen biss derselbe Hund zu, der mittlerweile nicht mehr bei seinem Herrchen lebt (die NÖN berichtete).

Doch nicht nur dieser Hund sorgt immer wieder für Vorfälle. Bereits mehrmals wurden Hundehalter wegen Verstoßes gegen das Hundehaltegesetz am Gemeindeamt vorgeladen. „Es wurden manchmal auch Ortsaugenscheine mit der Amtstierärztin durchgeführt. Manchmal hilft‘s, manchmal aber auch nicht“, so Zottl. Denn meist liege das Problem am anderen Ende der Leine, wie auch SPÖ-Bürgermeister Rupert Dworak im Rahmen der Gemeinderatssitzung betonte. Der Stadtamtsdirektor ist generell für ein strengeres Hundehaltegesetz: „Mit meiner Meinung, dass ich dieses Gesetz in Teilbereichen für verbesserungsfähig erachte, habe ich schon bisher nicht hinter dem Berg gehalten!“

Großes Problem auch für Landwirtschaft

„Wenn die Tiere in Futterfeldern ihr Geschäft verrichten, dann kann das für jene Tiere, die dieses Futter bekommen, nicht gut enden“, so ÖVP-Gemeinderat Franz Fidler. Denn Kot von Hunden kann auch Bakterien beinhalten und das wäre „für die Tiere auch teilweise tödlich“, meint Fidler. Außerdem sei es nicht in Ordnung, wenn Hunde einfach in Felder machen und die Besitzer das nicht entfernen. „Die machen dann eigentlich auch in unser Essen und das will wahrscheinlich niemand“, ist er sich sicher.

Laut Volkspartei wäre es sinnvoll, einfach mehr Freilauffläche für die Hunde zu schaffen. „Und da möchte ich auch gar nicht die Stadtgemeinde selbst in die Mangel nehmen. Ich finde, dass sich die Hundebesitzer auch selbst darum kümmern könnten, einen geeigneten Auslaufplatz zu finden“, so der ÖVP-Mandatar. Als Beispiel könne man die Freilaufzone in Wiener Neustadt nehmen. „Die ist teilweise beschattet, es sind Sträucher rundherum und die Hundebesitzer kümmern sich selbst darum!“, würde sich Fidler für so eine Zone ebenfalls einsetzen.

„Es ist schlecht, wenn sie dabei gestört werden. Wir haben auf Hinweistafeln um Rücksicht gebeten!“ Franz Fidler, Jäger.

Laut ihm gebe es aber noch ein weiteres großes Problem, das vor allem das Wild in der Region betrifft. „Viele gehen bei dieser Hitze entweder sehr früh oder sehr spät mit ihren Hunden spazieren. Das ist auch verständlich. Das Problem dabei ist nur, dass die Hunde meistens nicht an der Leine geführt werden und sie einfach unkontrolliert in den Wald laufen, denn Hund ist gleich Wolf, egal, um welche Art es sich hier handelt“, so der Jäger, der selbst ein Revier in Raglitz betreut.

Rehe und ihr Nachwuchs leiden in dieser Zeit besonders. Denn kommt ein Hund dem Reh zu nahe, schreckt es sich und läuft von den Kitzen weg. Somit sind die Jungtiere eine leichte Beute für den Hund bzw. später für den Fuchs. „Die Jungen überleben ohne ihre Mutter nicht, weil sie einfach noch Futter brauchen. Meistens geht die Mutter eine Stunde vor Sonnenaufgang und eine Stunde nach Sonnenuntergang auf Futtersuche. Es ist schlecht, wenn sie dabei gestört werden. Wir haben auf Hinweistafeln um Rücksicht gebeten“, will Fidler den Spaziergängern die Lage erklären.

Leider werde das aber nicht immer angenommen. „Teilweise laufen sie sogar mit einer Stirnlampe durch den Wald“, meint er. Für ihn wäre es jedoch am wichtigsten, dass Hunde an der Leine geführt werden.