Ein Sieger und viermal das Ziel verfehlt. Mit einem Plus von zwei Mandaten geht der regierende ÖVP-Bürgermeister Herbert Osterbauer als großer Sieger der Gemeinderatswahl hervor. Sowohl die SPÖ als großer Herausforderer (minus zwei Mandate) als auch die Grünen (5 Mandate, plus/minus 0), FPÖ (drei Mandate plus/minus 0) und die neue Bürgerliste von Johann Mayerhofer, der nicht einmal den Einzug in den Gemeinderat schaffte, verfehlten ihre gesteckten Ziele klar.

Von Christian Feigl. Erstellt am 26. Januar 2020 (18:20)
Präsentierten das vorläufige Endergebnis: Martin Fasan, Andrea Kahofer, Bgm. Herbert Osterbauer und Helmut Fiedler.
Christian Feigl

43,9 Prozent bedeuten nicht nur ein Plus von 4 Prozent, sondern auch, dass die ÖVP künftig 17 von 37 Mandaten im Gemeinderat hält: ,,Ein wunderbares Ergebnis, das mich stolz macht!", so Bürgermeister Herbert Osterbauer in einer ersten Reaktion am Wahlabend. Allerdings fügte er dem gleich mahnende Worte hinzu: ,,Die Wahlbeteiligung von 55 Prozent ist erschreckend, wir sollten uns alle bei der Wortwahl etwas mäßigen", rief er zur Arbeit zum Wohl der Gemeinde auf und warnte vor verbalen Querschlägen in den sozialen Medien.

Mit einem Minus von 4 Prozent hat die SPÖ ihr Wahlziel, Erster zu werden, klar verfehlt, sie erreichte insgesamt nur mehr 31 Prozent der Neunkirchner Wähler: ,,Das tut mir persönlich, für die Partei und unsere Unterstützer sehr weh", erklärte Spitzenkandidatin Bundesrätin Andrea Kahofer. Man werde alles genau aufarbeiten und darüber nachdenken, wo die Fehler lagen.

Nicht wirklich glücklich mit dem Ergebnis von 14,1 und einem Plus von 0,6 Prozent ist man auch im Lager der Grünen: ,,Wir haben zwar die 14 Prozentmarke übersprungen, aber das angepeilte sechste Mandat verfehlt", hatte Vizebürgermeister und Koalitionspartner Martin Fasan mit ambivalenten Gefühlen zu kämpfen.

Auch die FPÖ hielt ihren Mandatsstand: ,,Wir wollten die 10 Prozent-Hürde überspringen, das haben wir nicht ganz geschafft", so Spitzenkandidat Helmut Fiedler, der auf 9,2 und ein Plus von 0,9 Prozent kam.

Mit nur 100 Stimmen hat Bürgerlistengründer Johann Mayerhofer den Einzug in den Gemeinderat deutlich verpasst, am Ende fehlten 40 Stimmen. Bei der abschließenden gemeinsamen Interviewrunde hatte er bereits das Rathaus verlassen.

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