Ermittlungen gegen Direktor von Schule. Grapsch-Verdacht / Landeskriminalamt führt Befragungen durch – betroffener Pädagoge ist vorerst nicht mehr im Dienst.

Von Christian Feigl und Philipp Grabner. Erstellt am 12. Mai 2014 (11:07)
Bezirkschefin Alexandra Grabner-Fritz: »Vorwürfe in Richtung Schauen und Grapschen.«
NOEN, Foto: NÖN
BEZIRK / Schwere Vorwürfe von Eltern und Kindern belasten den Leiter einer Hauptschule/Neuen Mittelschule im Bezirk Neunkirchen: Er soll Schüler unsittlich berührt haben, wie die NÖN erfuhr ermittelt mittlerweile das Landeskriminalamt, für den erfahrenen Pädagogen gilt die Unschuldsvermutung.

Besorgte Eltern, die sich an den Bürgermeister der Gemeinde gewendet haben sollen, brachten die Causa vor etwa drei Wochen ins Rollen. Nachdem in weiterer Folge auch die Bezirkshauptmannschaft von den Anschuldigungen informiert worden war, wurde die Exekutive eingeschaltet. Seitdem ermittelt die Kriminalabteilung des Landes.

„Offensichtlich haben sich diese Vorwürfe aufgestaut“

Einige Kinder und Eltern wurden dazu bereits in den vergangenen Tagen befragt, der beschuldigte Lehrer, der sich mittlerweile nicht mehr im Schuldienst befindet, soll in den kommenden Tagen einvernommen werden. Details zu den bisherigen Ergebnissen werden noch unter Verschluss gehalten.

Auch Frau Bezirkshauptmann Alexandra Grabner-Fritz ist über die Causa informiert: „Die Vorwürfe sollen in Richtung Grapschen und Schauen gehen, aber nicht in Richtung Missbrauch“, erklärt die Bezirkschefin im Gespräch mit der NÖN. „Offensichtlich haben sich diese Vorwürfe aufgestaut und sind vor etwa drei Wochen dann massiv publik geworden.“

Vertraute über die  Vorwürfe entsetzt

Derzeit sei laut Grabner-Fritz noch alles offen. „Jetzt muss man einmal die Ermittlungen der Polizei abwarten und anschließend schauen, welche Schlüsse das Gericht daraus ziehen wird. Das gehört Alles Schritt für Schritt gemacht, keiner sollte voreilige Schlüsse ziehen!“

Personen, die den Pädagogen näher kennen, sind über die Vorwürfe bestürzt: „Ich kann mir das nicht vorstellen, weil er ein integrer Mann ist. Vielleicht hat er eine etwas ungeschickte Art im Umgang mit einigen Schülern, aber an Übergriffe will und kann ich nicht glauben. Sollte es stimmen, muss er natürlich die volle Verantwortung übernehmen“, so ein Bekannter des Mannes.

„Das ist alles eine Verleumdungskampagne!“

Andere im Ort, wo sich die Nachricht mittlerweile natürlich wie ein Lauffeuer verbreitet hat, argumentieren wiederum mit einem Komplott gegen den Lehrer. „Er hat nicht nur Freunde bei uns im Ort, vielleicht sind die Vorwürfe auch politisch motiviert!“

Der Schulleiter selbst verteidigt sich im telefonischen Gespräch: „Das ist alles eine Verleumdungskampagne!“ Mehr will er zu diesem Fall zur NÖN nicht sagen. Das habe er so mit seinem Anwalt abgesprochen. Ebenso wie betroffene Eltern – eine Kontaktaufnahme blieb bislang erfolglos.