SV Willendorf-Obmann Hans Katits: „Es wird immer schwieriger…“

Erstellt am 05. Juli 2022 | 20:01
Lesezeit: 2 Min
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Hans Katits war fast zehn Jahre in unterschiedlichen Funktionen beim SV Willendorf tätig – diesen Sommer machte er seine Ankündigung wahr und trat als Obmann zurück. Damit gleichbedeutend auch das Ende des Herren-Kampfmannschaftsfußball beim SV Willendorf.
Foto: Fritz Hauke
Hans Katits, scheidender Obmann des SV Willendorf, über die Probleme, die die ehrenamtliche Arbeit erschweren.

Die letzte Runde in der 2. Klasse Wechsel war auch die letzte Runde für zwei Mannschaften bzw. drei Vereine – der SV Willendorf und die Spielgemeinschaft aus ASK Schlöglmühl und dem FC Schottwien streichen die Segeln, nehmen im August nicht mehr an der neuen Saison teil. Die Krise des niederösterreichischen Amateurfußballs – nur an wenigen anderen Orten schlägt sie so hart zu wie im Bezirk Neunkirchen.

Hans Katits, der „Mister SV Willendorf“, legt sein Amt zurück. „Ich war immer mit viel Liebe dabei – und eigentlich viel länger als ich das eigentlich geplant hatte. Denn ursprünglich hat es vor einigen Jahren geheißen, dass ich als Sportlicher Leiter einfach nur ein bisschen mithelfen soll“, so Katits.

Katits sieht die Vereins- und Funktionärskrise im Fußball vor allem als ein gesellschaftspolitisches Thema: „Die Leute interessieren sich nicht mehr dafür, bei einem Fußballverein mitzuhelfen. Selbst Eltern oder Großeltern von Kinder und Jugendlichen, die hier spielen, wollen nicht mehr ehrenamtlich tätig sein.“

Während Katits für seine aktuellen Spieler vor allem Mitleid empfindet, denn „sie waren alles korrekte Typen“, vermisste er vielerorts bei anderen Kickern eine gewisse Loyalität. „Das ist heutzutage schwer zu finden. Ein Spieler, den wir seine ganze Kindheit und Jugend hier ausgebildet haben, erklärt mir, dass er zum Nachbarverein wechseln will, weil er dort mit seinen Freunden in der Kantine sitzen möchte. Das versteh‘ ich einfach nicht…“

Neben Angehörigen würde Katits auch Ex-Spieler in der Pflicht sehen: „Leute, die mal beim Verein gespielt haben, sollten sich viel mehr und früher einbringen…“

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