Ein Coronatest aus St. Corona. Ein Corona-Schnelltest aus Deutschland sorgt aktuell hierzulande für Furore. Vertrieben wird das Produkt von Thomas Lachmann, der seit sieben Jahren in St. Corona lebt.

Von Philipp Grabner. Erstellt am 25. September 2020 (04:45)
Thomas Lachmann, gewerberechtlicher Geschäftsführer der Firma Alpstar, mit einer Informationsbroschüre über den „NADAL-COVID-19-Ag- Schnelltest“. 
Philipp Grabner

Die Bewohner von St. Corona am Wechsel können wohl allesamt ein Lied davon singen: Seit das offiziell als SARS-CoV-2 bekannte Coronavirus tagtäglich durch die Medien geistert und unser aller Leben völlig auf den Kopf gestellt hat, haben Witze über die Namensgleichheit von Virus und Ort Hochsaison. Auch Thomas Lachmann wird von Späßen dieser Art wohl nicht ganz verschont bleiben...

...denn der 49-Jährige, der seit sieben Jahren in der idyllischen Gemeinde im Feistritztal lebt, ist Geschäftsführer der Firma Alpstar, welche Corona-Schnelltests in Österreich vertreibt. Ein erster Testlauf im großen Stil ging vor wenigen Tagen in der Bundeshauptstadt Wien über die Bühne: In Kooperation mit der Wirtschaftsuniversität Wien startete das „Austria Center Vienna“ das Pilotprojekt und testete 1.980 Studenten vor Beginn der Einführungsvorlesungen. Das Ergebnis: Acht Personen erhielten bei dem 15-Minuten-Test ein positives Ergebnis, welches in jedem der Fälle durch einen Labortest bestätigt wurde. Der Rest war negativ.

„Mehr als 99,9 Prozent aller negativen Tests sind tatsächlich negativ, bei den positiven Fällen sind es 97,56 Prozent. Das heißt, der Test ist sehr genau“, erklärt Lachmann im NÖN-Interview. Er lobt die Bereitschaft der Studenten, sich testen zu lassen: „Natürlich bestand keine Pflicht, mitzumachen, es haben aber alle mitgemacht, kein einziger hat verweigert“, freut er sich über den geglückten Testlauf. Wichtig sei dabei vor allem, dass der Abstrich qualitativ gut sei: „Ansonsten funktioniert der Test natürlich nicht.“

Positive Rückmeldungen aus Politik & Wirtschaft

Generell fiel das Echo auf die Premiere positiv aus. Lobende Worte kamen nicht nur aus der Politik, sondern auch aus der Wirtschaft. „Seit Mittwoch steht mein Telefon keine Minute lang still. Ich erhalte ständig Anrufe und Nachrichten“, so Lachmann. Dass von einzelnen „Marktbegleitern“, wie der Unternehmer es formuliert, negative Rückmeldungen gekommen seien, nimmt der 49-Jährige nicht allzu ernst: „Wenn man so etwas macht, gerät man natürlich sehr ins Visier der Konkurrenz. Aber wir bieten da keine Angriffsfläche: Das Produkt ist zertifiziert, der Ablauf ist genehmigt und die Ergebnisse sprechen für sich.“

Hergestellt wird der „NADAL-COVID-19-AG-Schnelltest“, wie er ganz genau heißt, von der Firma „nal von Minden GmbH“ mit Sitz in Deutschland. Lachmanns Firma Alpstar ist Vertriebspartner der Tests. Die Kosten belaufen sich pro Test auf etwa 22 Euro. Der Unternehmer ist von dem Konzept überzeugt: „So kann man etwa kulturelles Leben wieder ermöglichen und beruhigt auf ein Konzert gehen“, führt er nur eine Branche an, die von den Schnelltests profitieren könnte. Aber auch der Tourismus oder die Ärzteschaft würden großes Interesse zeigen, so Lachmann. „Viele Landärzte rufen an und meinen, die herkömmlichen Tests würden zu lange brauchen“, meint er. Ab dem kommenden Monat könnten rund 20 Millionen Tests hergestellt werden, das sei das maximale Kontingent.

Dass er selbst nach unzähligen TV-Interviews, darunter auch für die ORF-Hauptnachrichtensendung „Zeit im Bild 1“, beim morgendlichen Gebäck-Einkauf in Wien von rund zehn Personen erkannt wird, daran muss Lachmann sich erst noch gewöhnen: „Ich werde dort oftmals angesprochen, denn ich bin ,der mit dem Test‘“, muss der „zugezogene“ St. Corona-Bürger über so manchen Kommentar schmunzeln.

Lob für Lachmanns Engagement kommt übrigens auch aus seiner Wahlheimat St. Corona selbst, wo die Ereignisse ebenso verfolgt wurden. „Ich bin überzeugt davon, dass das ein großer Erfolg werden kann und wünsche Thomas alles Gute“, meint etwa Ortschef Michael Gruber (ÖVP) gegenüber der NÖN.