Franz Schnabl: "Türkis-blaue Mehrheit brechen!". SPÖ-Landesparteivorsitzender Franz Schnabl, NÖ-Spitzenkandidat Rudolf Silvan und Regionalspitzenkandidatin Petra Vorderwinkler präsentierten sich am Donnerstag den Medien - das Thema Arbeit stand dabei ganz oben auf der Agenda.

Von Philipp Grabner. Erstellt am 22. August 2019 (12:21)

Im heurigen Nationalratswahlkampf habe man bei der regionalen SPÖ gleich einen dreifachen Paradigmenwechsel, betonte Landesparteivorsitzender Franz Schnabl am Donnerstagvormittag. Erstmals kommt der regionale Spitzenkandidat bei einer Nationalratswahl nicht aus der Stadt Wr. Neustadt, erstmals ist dies kein langjähriger Parteifunktionär – und erstmals handelt es sich um eine Frau.

Dass die Vorstellung der regionalen Kandidaten für den Wahlkreis Neunkirchen-Wr. Neustadt daher in Neunkirchen stattfinde, habe einen Hintergrund, so Schnabl: Spitzenkandidatin Petra Vorderwinkler, Gemeinderätin aus Hochwolkersdorf und beruflich Schuldirektorin, wolle sich auch im „Nachbarbezirk“ bekannt machen – denn, so stellte Schnabl klar: „Alle Kandidaten vertreten den gesamten Wahlkreis und damit beide Bezirke!“

Kritik an Absetzung der "Aktion 20.000"

Inhaltlich zog sich das Thema Arbeit wie ein roter Faden durch die Kandidatenpräsentation im Cafe „Tinz“. Denn in der Arbeitswelt, so Landeshauptfrau-Stellvertreter Franz Schnabl, gebe es viele Herausforderungen zu bewerkstelligen. Auf diese habe die SPÖ die richtigen Antworten, weshalb es gelte, „die türkis-blaue Mehrheit zu brechen“, so Schnabl.

Dem pflichtete auch NÖ-Spitzenkandidat Rudolf Silvan bei: Als Sozialdemokratie plädiere man daher unter anderem für ein neues Arbeitszeitgesetz, eine 4 Tage-Woche sowie ein modernes Urlaubsgesetz: „Egal wie viele Dienstgeber jemand hatte, ab 25 Jahren soll einem die sechste Urlaubswoche zustehen“, formulierte Silvan eine der Forderungen. Einmal mehr appellierte Silvan auch, die „Aktion 20.000“ wieder aufzunehmen: „Die – Gott sei Dank – ehemalige Gesundheitsministerin hat diese abgesetzt und es hieß, sie werde evaluiert. Wir warten bis heute darauf“, kritisierte er. 

Sachthemen statt "Schmutzkübeln"

Petra Vorderwinkler, regionale Spitzenkandidatin, betonte anschließend, ihr gehe es darum, „Rahmenbedingungen für ein gutes Leben“ zu gestalten. Thematisch liege ihr – auch aufgrund ihrer Berufserfahrung – das Thema Bildung besonders am Herzen: „Als Volksschuldirektorin wird mir sehr viel erzählt – ich komme von der Basis, ich weiß, was den Menschen am Herzen liegt.“ Unter anderem gelte es daher, Ganztagesschulen auszubauen. Und jedes Kind müsse die selben Chancen haben: „Egal, ob die Eltern arm oder reich sind“, so Vorderwinkler, die im Bezirk Wr. Neustadt auch stellvertretende Parteivorsitzende ist.

Anhand all dieser Themen sehe man jedenfalls, so Franz Schnabl, dass sich seine Partei ausschließlich um Sachthemen kümmere – und nicht um „Schmutzkübel-Kampagnen“. Und konnte sich dabei auch einen Seitenhieb auf die Medien nicht verkneifen: Die würden ausführlicher über ebendiese Schmutzkübel-Kampagnen berichten als über Pressekonferenzen zu einem Sachthema.

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