Prigglitzer bevorzugte Bühne statt Schulbank. Ein schwerer Unfall hätte 1996 beinahe das Karrierende von Klaus Trabitsch bedeutet. Bis heute ist der Prigglitzer jedoch als Künstler tätig, erfolgreicher denn je.

Von Johannes Authried. Erstellt am 03. August 2020 (05:10)
Klaus Trabitsch.
Lukas Beck

Vor 24 Jahren, am 31. März 1996, wäre die gerade aufstrebende Karriere von Klaus Trabitsch fast zu Ende gegangen. Ein schwerer Unfall, geschehen bei der Heimfahrt eines Konzertes, ließ ihn jedoch nicht unterkriegen: Zuerst querschnitt-gelähmt, dem Rollstuhl äußerst knapp entgangen, dann Genesung in Rehabzentren. Eine bleibende partielle Lähmung der linken Hand kostete ihn die Karriere als Klassegitarrist, brachte ihm aber eine große Dankbarkeit dem Leben gegenüber. „Es ist ziemlich egal, wie schnell und exakt du spielst, es ist unglaublich, wie wenig das wahrgenommen wird. Aber wie lustig oder traurig du spielst, das hört und fühlt jeder.“

1962 geboren, wuchs er in einer musikalischen Familie auf und brachte sich das Musizieren selber bei. Bis heute kann er keine Noten lesen. Bereits mit 15 Jahren war er als Gitarrist und Sänger in der Bauernband seines Onkels aktiv. „Mit 17 brach ich die Schule ab, zog in eine Wohngemeinschaft in Wien und wurde zum Leidwesen der Eltern Musiker“, erinnert sich Trabitsch gegenüber der NÖN.

Er begann seine Musikerlaufbahn als Straßenmusikant. Dabei lernte er die Mitglieder seiner ersten Band „Liederlich Spielleut“, die er 1980 mitbegründete und zehn Jahre später verließ, kennen. Diese Formation erregte durch moderne Bearbeitungen mittelalterlicher und traditioneller Lieder und Tänze aus dem deutschsprachigen Raum Aufsehen.

1990 wandte sich Trabitsch neuen Projekten im Bereich Blues, Rembetiko und jiddische Musik zu. In Wien lernte Trabitsch den Akkordeonisten Otto Lechner kennen, mit dem er Jazz und Blues spielte. Ein Ergebnis der Zusammenarbeit mit Otto Lechner war 1997 die Produktion der Weihnachtslieder-CD „Still“, wo klassische Weihnachtslieder neu interpretiert wurden. Seit Mitte 1990 arbeitet der Weltmusiker als Begleiter und Komponist unter anderem mit Erika Pluhar, Kurt Ostbahn und Richard Weihs zusammen. Aktuell ist er gerade an zwei Plattenproduktionen beschäftigt.

Klaus Trabitsch ist verheiratet mit Andrea, die beiden haben zwei Kinder und ein Enkerl.