Neunkirchen

Erstellt am 13. Juni 2018, 17:07

von Christian Feigl

Wieder zahlreiche Unwettereinsätze in Neunkirchen. Dienstagnachmittag in der neuen Feuerwehrzentrale in der Bezirkshauptstadt: Es ist 16 Uhr, der Himmel grau, es schüttet aus Schaffeln und die Lage spitzt sich wieder zu...

Die Wetterprognosen sind fast haargenau so wie vorhergesagt eingetroffen und der Regen bearbeitet seit Stunden den ohnehin bereits strapazierten Bezirks-Boden. 450 Mann stehen mit knapp 50 Feuerwehren wieder im Einsatz.

„Bis jetzt hatten wir alleine heute 178 Anrufe und 53 Notrufe!“

In der neuen Bezirksalarmzentrale herrscht reges Treiben: Die Telefonanrufe und Funksprüche kommen im Sekundentakt. Acht Disponenten, die teilweise direkt vom Arbeitsplatz dorthin geeilt sind, versehen ihren Dienst. Ruhig und voller Konzentration arbeiten sie die Alarmierungen ab. „Normalerweise sitzt hier eine Person“, erzählt Disponentenleiter Andreas Zinner. „Bis jetzt hatten wir alleine heute 178 Anrufe und 53 Notrufe, gestern waren es 301 bzw 144!“

Unmittelbar daneben tagt der Bezirksführungsstab. „Leider hat es wieder zu regnen begonnen und der Boden kann kaum noch Wasser aufnehmen. Das führt neben den Aufräumungsarbeiten auch wieder zu erneuten Einsätzen“, erklärt Bezirksfeuerwehrkommandant Stellvertreter Josef Neidhart und blickt etwas besorgt auf die vielen Bildschirme, die die aktuelle Lage der Einsätze genau wiederspiegeln. „Zur Zeit haben wir 450 Mann von 47 Feuerwehren im Einsatz“, so Neidhart beim NÖN-Lokalaugenschein.

Warther Bevölkerung hat erneut die volle Ladung abbekommen

Bei den aktuellen Alarmierungen handelt es sich großteils um überflutete Keller, kleinere Murenabgänge oder teilgeflutete Fahrbahnen wie beispielsweise auf der B 54. Zudem ist der Katastrophenhilfsdienst aus Wiener Neustadt mit zwei Zügen und rund hundert Mann in Warth und Kirchau im Hilfseinsatz. Der  Bezirk ist nach wie vor Katastrophengebiet.

Auch im Bereich von Warth hat die Bevölkerung am Mittwoch abermals die volle Ladung abbekommen. „Die Straße musste sogar gesperrt werden“, so Neidhart. Weitere Hotspots sind dieses mal der Bereich um Puchberg, Natschbach, Wartmannstetten und Ramplach und Ternitz. In letzteren beiden Gemeinden kam es zu einer Gefährdung einer Gasleistung und die EVN musste zusätzlich anrücken.

Sorgenfalten bereitet dem Bezirksführungsstab die Wetterprognosen: „Leider sind sich auch die Experten völlig uneinig, was die kommenden Stunden bringen. Es ist im Prinzip alles möglich!“, hofft Neidhart aber auf eine Beruhigung der Lage. Die gute Nachricht: Zumindest morgen soll das Wetter endlich besser werden.