Faschingsgilde Neunkirchen lud zu Narrensitzungen ein

Erstellt am 25. Jänner 2023 | 05:34
Lesezeit: 4 Min
Viel beklatschte kurzweilige Sitzungen der Faschingsgilde. Stadtchef begeisterte als „Gmoawochter“.

Neu, Neu – es ist wieder Fasching in Neunkirchen. Nach zweijähriger Pandemie-Pause hat die Faschingsgilde Neunkirchen (FGN) wieder das Zepter in der Hand. Am vergangenen Freitag- und Samstagabend lud die Faschingsgilde unter Tausendsassa, FGN-Präsident Michael Tanzler und seinem Team in das Veranstaltungszentrum, wo er gleich bei der Begrüßung versprach, dass es keine Rekordsitzung (betreffend der Länge) geben werde.

Was mit tosendem Applaus und lakonischen „Schau ma mal“-Rufen quittiert wurde. Eine Premiere war es für das neue Faschingsprinzenpaar Katharina III. (Divoky) und Elias I. (Schrammel) aus Gramatl (Wartmannstetten). „Unsere Prinzessin ist ein Unikat. Wir hatten eine Prinzessin, die hatte in vier Jahren drei Prinzen verbraucht. Katharina III. bereits zwei in einer Saison“, so Tanzler. Der im vergangenen November vorgestellte Prinz Tobias I. (Bock) aus dem Burgenland hatte es sich wieder anders überlegt und war zuvor zurückgetreten.

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„Kulturreif Musical Company“ brachte Party-Stimmung ins Veranstaltungszentrum.
Foto: Fotos: Johannes Authried

Auf dem Programm standen sechzehn Punkte mit viel guter Laune und Humor. Neu im Team ist Andrea Baumgartner aus Thernberg. Die Mental- und „ABC Shiatsu“-Trainerin zeigte mit viel Wortwitz in ihrem Programm „ABC mit Schmäh“ am Prinzen, der auf die Massagematte musste, was sie kann und welch‘ verkrampfte Muskeln er hat. Die Kindergarde und die Garde der FGN begeisterten mit Tanzeinlagen das Publikum.

Ebenso die „Kulturreif Musical Company“, die mit „Party-Fieber I + II“ stimmlich und tänzerisch mit viel Applaus belohnt wurde. Ein Highlight war wieder der Auftritt von Roy Meeks (82), der mit seinem neuen Partner Günter Auer ohne Zugabe nicht von der Bühne durfte. Ein Garant für Bauchmuskelkater war der Straßenkehrer alias der „lustige Hermann“ Maringer. Wie schon in den Jahren zuvor brachte er in 20 Minuten gefühlte 1.000 Witze. Zuvor kam FGN-Präsident Michael Tanzler als „Landsmann“ auf die Bühne – kritisch und politisch korrekt wie immer...

Als Sängerinnen begeisterten Marion und Anna Zant mit dem Hit „Sexbomb“. Ebenso die Kindergarde mit „The Candy Man“ und Georg Gsenger im Sketch „Auf da Stross’n“. Als Gastduo aus dem Burgenland brachten Katja Thurcsan und Anna Zant einen Sketch aus dem Film „Fack ju Göhte“.

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Erfolgreiches Comeback für Herbert Osterbauer und „Leni“ als „Da Gmoawachter“.
Foto: Fotos: Johannes Authried

Mit Marion Zant lag Michael Tanzler auf der Bühne für den Sketch „Buona Notte – Gute Nacht“ im Ehebett. Beim vorletzten Programmpunkt feierte ÖVP-Bürgermeister Herbert Osterbauer nach Jahren wieder ein gelungenes Comeback als „Gmoawachter“. Mit dabei sein Dackel „Leni“, der gelassen alles von der Bütt aus beobachtete und wie Herrl aus dem Sektglas Apfelsaft um Apfelsaft trank. Osterbauer kann es noch immer. Sein subtiler Humor begeisterte die Besucher.

Für den FGN-Präsidenten sind zwei Büttenredner aber zu wenig. Eine Anfrage bei SPÖBundesrätin Andrea Kahofer coram publico („Du kannst so gut Trauerreden halten, wäre ein Auftritt bei der Faschingssitzung im nächsten Jahr für dich eine Option?“) blieb aber (noch) unbeantwortet.

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FGN-Präsident Michael Tanzler und das Prinzenpaar Katharina III. und Elias I.
Foto: Fotos: Johannes Authried

Ehrungen und Ordensverleihungen sind das Salz einer jeden Faschingssitzung. Die FGN ernannte Günther Gsenger zum Ehrensenator. Die Landespräsidentin der Faschingsgilden von Wien und dem Burgenland Brigitte Kreminger verlieh Urkunden an verdiente Musiker der FGN-Bigband an Sabine Mayerhofer, Herbert Divoky, Thomas Santrucek und Michael Grill.

Fazit: Nach zwei Jahren Pause wieder eine gute, kurzweilige Show mit vielen musikalischen und tänzerischen Einlagen. Und was FGN-Präsident Michael Tanzler am meisten freute: Er konnte sein Versprechen halten. Die Sitzungen dauerten, inklusive Pause, gerade einmal vier Stunden.

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