Aufatmen in Neunkirchen: Kein Rathaus-Cluster. 46 Mitarbeiter mit negativen Testergebnissen. Nur sechs in Absonderung. Lob für erfolgtes Krisenmanagement.

Von Christian Feigl. Erstellt am 21. Oktober 2020 (05:55)
Nachdem alle 46 getesteten Mitarbeiter des Rathauses einen negativen Befund erhalten haben, ist auch der Betrieb weiterhin uneingeschränkt gewährleistet.
Grabner

Es war ein Zufallsbefund, der das Rathaus und deren Mitarbeiter in der Vorwoche vor einem möglichen Corona-Cluster bewahrte. Denn ÖVP-Stadtchef Herbert Osterbauer hatte am Mittwoch beim Antritt seiner Kur, wo jeder Gast routinemäßig auf Corona getestet wurde, völlig symptomlos ein positives Ergebnis erhalten. „Ich bin aus allen Wolken gefallen“, erinnert sich der Stadtchef im Gespräch mit der NÖN.

Herbert Osterbauer will am kommenden Dienstag wieder seine Amtsgeschäfte antreten.
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Er spricht von Glück im Unglück, denn Osterbauer hätte ohne dieses Wissen zu einem sogenannten „Superspreader“ werden können. Sofort nach dem Bekanntwerden wurde im Rathaus eine große Testaktion für die Mitarbeiter organisiert. Immerhin war Osterbauer in den beiden Tagen vor seinem Kurantritt noch mit vielen Personen zusammen, darunter auch einige sogenannte K1-Personen.

Stadtamtsdirektor Robert Wiedner und sein Team standen im Schwereinsatz, am Montagabend stand das vorläufige Ergebnis fest: Von 49 Mitarbeitern, die sich testen ließen, erhielten 46 ein negatives Ergebnis, drei Befundungen waren noch ausständig. Sechs von ihnen wurden aber, da sie im sehr nahen Kontakt mit dem Stadtchef standen, in Absonderung geschickt. Ergebnisse, die den Bürgermeister tief durchatmen lassen: „Ich bin sehr froh, dass ich keine weiteren Personen infiziert habe, da fällt mir ein Stein vom Herzen!“

Er selbst fühle sich am Weg der Besserung, wie er der NÖN erzählte. Nach anfänglich leichten Symptomen sei er aber etwas unruhig geworden: „Du hast ja keine Ahnung, wie sich die Krankheit entwickelt und verläuft. Da ist man in den ersten beiden Tagen schon etwas nervös und sehr hellhörig!“

Unklar ist ihm weiterhin, wo er sich infiziert haben könnte, wiewohl er einen Verdacht hegt: „Der liegt aber im privaten Bereich und ich möchte auch nicht näher darauf eingehen!“

Für das Krisenmanagement von Stadtamtsdirektor Robert Wiedner gab es von vielen Seiten Lob.
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Großes Lob spricht er dem Krisenmanagement im Rathaus, allen voran Stadtamtsdirektor Robert Wiedner aus: „Er hat super gearbeitet und klaren Kopf bewahrt, was in solchen Situationen wichtig ist!“ Das sieht auch die Opposition so: „Das überrascht mich aber jetzt nicht, denn das ist ja genau seines. Da ist er in seinem Element“, bilanziert SPÖ-Klubchef Kautz. Wiedner selbst beurteilt den Ablauf ebenfalls positiv: „Kompliment auch an die Mitarbeiter, zur Sicherheit werden wir das Prozedere aber diese Woche noch einmal evaluieren!“ Und zur Sicherheit werden sich einige Mitarbeiter, die mit Osterbauer in engem Kontakt standen, ein zweites Mal testen lassen.