Neunkirchen

Erstellt am 13. März 2018, 05:00

von Christian Feigl

Aufregung um Napoleon-Sager bei Gemeinderatssitzung. SPÖ-Stadtrat Günther Kautz attackierte verbal Stadtamtsdirektor Robert Wiedner.

Bgm. Herbert Osterbauer (links): „So eine Diktion hat im Gemeinderat nichts verloren!“ Personalvertreter Harald Nemeth (rechts): „War im Urlaub, bin aber mit Wiedner im Kontakt!“  |  Archiv

Ziemlich beste Freunde? Davon sind SPÖ-Stadtrat Günther Kautz und Stadtamtsdirektor Robert Wiedner wie aus der letzten Gemeinderatssitzung ersichtlich wurde weit entfernt.

Im Gegenteil: Kautz attackierte den bei der Sitzung aus Krankheitsgründen nicht anwesenden Wiedner verbal scharf und bezeichnete ihn als „kleinen Napoleon!“ Während Kautz seinen Sager als „lustig“ bewertet, ist Wiedner weniger zum Lachen zu Mute. Von einer verbalen Entgleisung spricht auch die ÖVP, die eine Entschuldigung von Kautz fordert.

Nemeth: "Bereits mit Wiedner im Kontakt gewesen"

Kautz hatte den Sager im Zuge einer Debatte zur geplanten Budgetkonsolidierung, die die Stadtregierung per Dringlichkeitsantrag beschließen wollte, getätigt. Wenn Wiedner auch in Zukunft erst wieder alles alleine entscheiden dürfe, was an kleinen Ausgaben von den Rathausbeamten getätigt werden müsse, dann habe das beabsichtigte Modell wenig Sinn. „Hier herrscht ein Regime, bei dem jeder, der aufmuckt, niedergebügelt wird“, so der Stadtrat.

„Ich war selbst ganz überrascht von seiner Wortwahl. Erstens ist das kein Stil und zeigt den Charakter eines Menschen und zweitens ist es umso verwerflicher, wenn derjenige nicht einmal anwesend ist“, ist der ÖVP-Stadtchef auch Tage nach dem Vorfall von Kautzs Verhalten sichtlich enttäuscht. Er und die ÖVP erwarten sich auch eine entsprechende Reaktion des SPÖ-Stadtrats. Auch die Personalvertretung nimmt Osterbauer in die Pflicht: „Von ihr habe ich noch nichts gehört. Dabei wurde ein Mitarbeiter des Hauses übelst verunglimpft!“

Personalvertreter Harald Nemeth zeigte sich über Osterbauers Aussage verwundert: „Erstens war ich in der Vorwoche im Urlaub und zweitens bin ich mit Wiedner telefonisch bereits im Kontakt gewesen!“

Kautz: "War ein lustiger Sager"

Wiedner selbst war in einer ersten Reaktion über den Umgangston von Kautz enttäuscht: „Wenn Herr Kautz die große Gabe hat, über Abwesende so zu richten, dann zeigt das die Art des Charakters. Da kann sich ohnehin jeder selbst sein Bild machen.“ Und am Sonntag: „Es stimmt, dass es bis dato noch kein Gespräch mit ihm gegeben hat, aber wenn er mir nicht die Hand reichen will, ist das sein Kaffee.“

Er habe jedenfalls in der Zwischenzeit viele positive Mails, SMS und Anrufe von der Belegschaft bekommen: „Und das tut sehr gut!“ Mit der Personalvertretung soll es ebenfalls ein persönliches Gespräch geben. Günther Kautz selbst sieht die Angelegenheit weniger dramatisch: „Das war ja ein lustiger Sager. Ich finde, dass Wiedner seinen Job auch nicht schlecht macht, aber er hat dann und wann eine eigene Art der Personalführung.“ 

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