„Hundstrümmerl-Boulevard“ als unappetitliches Ärgernis. Grünflächen im Innenstadtbereich von Hundekot überhäuft. Stadt spricht von einem „massiven Problem“ und will zur Not auch härter durchgreifen.

Von Christian Feigl. Erstellt am 19. Februar 2019 (05:00)
Christian Feigl
Andreas Mauer hat die Nase voll von ignoranten Hundehaltern. Der Grünstreifen in der Triester Straße ist nur ein Beweis dafür, dass nicht jeder Hundebesitzer zum Sackerl fürs Gackerl greift.

Es ist im wahrsten Sinne des Wortes ein scheußlicher Anblick: Jene Grünstreifen, welche die Triester Straße ab der Mühlgasse in die Innenstadt säumen, sind von dutzenden Hundehäufchen übersät.

Neunkirchens „Hundstrümmerl-Boulevard“

So mancher Anrainer spricht gar schon vom Neunkirchner „Hundstrümmerl-Boulevard“. Höhepunkt der Grauslichkeit ist ein kleiner Grünstreifen gegenüber der Niederösterreichischen Versicherung, der von über 30 Hundehäufchen verunstaltet ist.

Versicherungsdirektor Andreas Mauser hat das zum Anlass genommen, um über Facebook seinem Ärger Luft zu machen: „Ich liebe Hunde, aber es kann nicht sein, dass es wegen vermutlich eines einzigen ignoranten Hundehalters in diesem Gebiet so ausschaut“, spricht er dem Unbekannten ins Gewissen, doch von den Sackerlspendern Gebrauch zu machen. Auch die benachbarten Unternehmer Thomas Pichler und David Vogelhuber äußerten ihren Unmut und sprechen von Handlungsbedarf.

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Grünstreifen werden als Hundetoilette missbraucht.

ÖVP-Stadtchef Herbert Osterbauer kennt die Problematik, spricht aber von keinem Einzelfall mehr. „Mittlerweile gibt es leider im Stadtgebiet viele solcher Hotspots und auch die Beschwerden mehren sich. Und das, obwohl ja angeblich so viele Hundebesitzer das Sackerl fürs Gackerl verwenden“, kann er sich einen Seitenhieb nicht verkneifen.

Denn wie die NÖN berichtete, wurden alleine im Vorjahr im Stadtgebiet 150.000 Kotsackerl aus den Spendern entnommen, was einem Verbrauch von über 400 Sackerl pro Tag entspricht. Allerdings - viele Gebiete in der Stadt sprechen eine andere, eindeutige Sprache. „Nämlich jene, dass sich die Besitzer nicht darum scheren, wo ihr Hund das Geschäft verrichtet“, so Osterbauer. „Und würden alle ein Sackerl benutzen, dann würde es längst nicht so aussehen“, ergänzt Grüne-Vizebürgermeister Martin Fasan, der von einem „massiven Problem“ spricht.

„Es ist schwer, jemanden auf frischer Tat zu ertappen. Aber wenn jemand Beobachtungen macht, kann er uns auch gerne Fotos zukommen lassen und wir werden der Sache nachgehen!“

Beide möchten die aktuelle Situation nun zum Anlass nehmen, um eine Besserung der Situation herbeizuführen: „Ich habe die Beamten der Stadtpolizei bereits angewiesen, stärker darauf zu achten und bei Missbrauch auch Strafen auszusprechen.“ Das Problem aus seiner Sicht: „Es ist schwer, jemanden auf frischer Tat zu ertappen. Aber wenn jemand Beobachtungen macht, kann er uns auch gerne Fotos zukommen lassen und wir werden der Sache nachgehen!“

Ein erster Schritt zur Besserung soll auch ein Termin am Montag (nach Redaktionsschluss) mit ÖVP-Wirtschaftsstadtrat Armin Zwazl und den verärgerten Anrainern sein: „Gerade die Triester Straße ist ein Portal in die Innenstadt, da darf es so nicht aussehen“, ortet auch er dringenden Handlungsbedarf. Primär will man es mit Sensibilisierung versuchen und nur im Notfall mit Strafen.

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