Neunkirchen

Erstellt am 17. August 2018, 05:00

von Christian Feigl

„Imbiss-Legende“ verkauft ihr Paradies. Nach 14 Jahren in der Branche möchte sich Ernst Flechl gesundheits- und pensionsbedingt zurückziehen.

Ernst Flechl möchte seinen legendären Imbiss verkaufen.  |  Christian Feigl

Egal ob Direktor, Arzt oder Baustellenarbeiter – in Ernst Flechls „Imbiss zur Post“ in der Postgasse gibt es keine Berührungsängste. Und das seit 14 Jahren.

Dennoch möchte der 60-Jährige sein Lokal nun verkaufen – „ich kann bald in Pension gehen und schaffe es körperlich einfach nicht mehr, 14 Stunden täglich mich für meine Gäste einzusetzen“, erklärt er die Beweggründe. Ein schweres Knieproblem lässt ihn nach einem Unfall nur noch unter Schmerzen arbeiten – „ich bin zu 40 Prozent Invalide!“

Entschluss ist schweren Herzens gefallen

Der Entschluss sei schweren Herzens gefallen. Immerhin stecken viel Arbeit und Herzblut in Flechls Imbiss mit Wohlfühlcharakter, den nahezu jeder Neunkirchner kennt. Hat er vor 14 Jahren bloß einen Verkaufsstand übernommen, so gelang es dem gelernten Schankanlagenmonteur, in mühevoller Kleinarbeit ein wahres Paradies zu schaffen.

Mit seinem lauschigen Gastgarten direkt am Werkskanal gelegen und dem wettergeschützten Zubau ist sein Stand längst mehr als nur ein Imbiss geworden. Das macht sich auch bei der Karte bemerkbar, denn neben den Klassikern wir Würstel in verschiedenen Variationen, Bier und Spritzwein gibt es auch regelmäßig zeitgemäße Schmankerl. „Etwa aktuell Garnelenspieße oder Spaghettikürbis“, berichtet er nicht ohne Stolz.

Käufer gesucht

Das Grundstück selbst hat Flechl von der Gemeinde gepachtet, für sein Objekt sucht er nun einen Käufer: „Wenn das Angebot passt, könnte der Nachfolger gleich morgen beginnen!“ Wobei das mit dem Nachfolger so eine Sache ist: „Natürlich ist es mir ein Anliegen, dass die Hütte auch in meinem Sinn weitergeführt wird.“ Das sei schwierig, denn Angebote habe er schon einige gehabt, aber darunter seien auch sehr viele unseriöse gewesen – „und auf so etwas lasse ich mich nicht ein!“

Allerdings wird der Gastronom in seiner Pension auch der Bezirkshauptstadt den Rücken kehren. Denn noch größer als seine Liebe zu den Menschen hier ist seine Leidenschaft für die Fischerei. Vor allem in der Südsteiermark ist er in jeder freien Minute anzutreffen.

Und in Bad Radkersburg hat er auch die Möglichkeit, das Haus eines verstorbenen Pensionisten zu übernehmen. Die Fischteiche sind nicht weit weg und zum Herumbasteln gibt es auch genug. Ernst Flechl wird sich wohl rasch ein neues Paradies schaffen...