Neunkirchen

Erstellt am 22. Januar 2019, 05:01

von NÖN Redaktion

K.O. geschlagen: Streit um Zapfsäule endete vor Gericht. Weil ein 28-Jähriger mit dem Auto nicht wegfuhr, drehte ein 26-jähriger Russe durch und schlug zu.

Symbolbild

Ein 26-jähriger Russe stand vor Gericht, weil er im Streit um eine Zapfsäule bei einer Neunkirchner Tankstelle einen 28-jährigen Österreicher mit Migrationshintergrund schwer verletzt hat. Details am Rande: Es waren andere Zapfsäulen frei!

Der Angeklagte bekannte sich teilweise schuldig und gab an, am 11. Oktober zur Tankstelle gefahren zu sein. „Wir wollten beide zur selben Zapfsäule, ich musste stark abbremsen, weil er mir zuvorkam.“

Ellenbogenbruch und Wunde am Kopf

Der Andere habe auf seine Frage, was das soll, gesagt, er soll „die Papp’n halten“ und habe ihn beleidigt. „Ich habe zurück geschimpft und mein Handy geholt, weil ich das filmen wollte. Es gab eine Rangelei und er hatte einen Kugelschreiber in der Hand. Ich hatte Angst, dass er mich am Auge verletzt.“

Daraufhin habe er den anderen Mann zu Boden geworfen, wobei der einen offenen Ellenbogenbruch und eine Wunde am Kopf davontrug. Der Angeklagte verwies auf eine zu diesem Zeitpunkt frische Operation seines rechten Armes, er habe also gar nicht richtig zuschlagen können und sich dauernd Sorgen um den Arm gemacht. „Ich habe mich nur verteidigt, weil er etwas in der Hand hatte.“

Das Opfer schilderte die Sachlage dann ganz anders: „Ich kam von der Nachtschicht und fuhr in die Tankstelle rein. Hinter mir kam der Mann. Ich habe getankt und er fragte mich, warum ich hier stehe. Ich sagte, er soll mich in Ruhe lassen, er wollte aber, dass ich wegfahre. Als ich verneinte, kam er zu mir und hat mich beschimpft und bedroht. Es waren sechs andere Tankplätze frei!

"Mit Handy ins Gesicht geschlagen"

Dann ging er zum Auto und holte etwas. Er schlug mir mit dem Handy ins Gesicht, wobei es zu Boden fiel. Dann hat er mich beschuldigt, dass ich es kaputt gemacht habe! Er hat mich gepackt und zu Boden geworfen.“ Der 28-Jährige gab vor Gericht zu, dass er zurück geschimpft habe, sagte aber auch, dass er den Anderen mehrfach aufgefordert hatte, ihn in Ruhe zu lassen.

Das Überwachungsvideo der Tankstelle gab dem Opfer recht, denn man konnte genau sehen, wie der Angeklagte zuschlägt. Der Richter: „Es schaut aus wie ein Martial-Arts-Griff, mit dem Sie das Opfer zu Boden werfen.“ Der Angeklagte wurde zu sechs Monaten bedingter Haft und einer Geldstrafe von 1.440 Euro verurteilt. Außerdem erhielt er die Weisung zu einem Anti-Gewalt-Training und zur Zahlung von 4.000 Euro Schmerzensgeld. Nicht rechtskräftig.