Kahlschlag sorgt für Emotionen

Bäume aus Gründen der Sicherheit gefällt – Anrainer verärgert.

Christian Feigl
Christian Feigl Erstellt am 26. Februar 2019 | 05:10
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Kein schöner Anblick: Die Außenanlage der Wohnhausanlage in der Alleegasse.
Foto: privat

Da war sie wieder, die Motorsäge, die nicht nur bei Bewohnern in der Wohnhausanlage Allegasse für Aufregung sorgte. Im Auftrag der Eigentümer – der von der Gemeinde ausgelagerten Neunkirchen GmbH – wurden nicht nur fast sämtliche Bäume der Außenanlage, sondern auch die Sträucher zu Kleinholz gemacht.

„Die Leute hier sind voll angefressen, es schaut furchtbar aus, alles wurde abgeholzt. Wir verstehen das nicht“Anrainer Andreas Pfeifhofer

„Die Leute hier sind voll angefressen, es schaut furchtbar aus, alles wurde abgeholzt. Wir verstehen das nicht“, nimmt sich Anrainer Andreas Pfeifhofer kein Blatt vor den Mund. Als im Oktober des Vorjahres die ersten Bäume fielen, hat er sofort Kontakt mit der Politik aufgenommen. Genützt hat es nichts, vor zwei Wochen wurde das im Herbst begonnene Werk zu Ende gebracht. „Jetzt haben wir keinen Staub-, Sicht- und Lärmschutz mehr. Bis die versprochene Nachpflanzung eine entsprechende Höhe erreicht, haben wir nichts mehr davon“, ist Pfeifhofer verärgert.

Neunkirchner Gmbh-Geschäftsführer Johann Spies ist im wahrsten Sinne des Wortes um Schadensbegrenzung bemüht: „Natürlich verstehe ich den Ärger und ich weiß auch, dass es dort im Moment nicht besonders schön aussieht, aber wir mussten diese Maßnahmen aus Sicherheitsgründen treffen. Die hohen Bäume haben Dächer und Objekte, aber auch die Menschen gefährdet. Die Sträucher mussten deshalb weichen, damit man mit dem Kran zufahren kann.“ Gleichzeitig verspricht er, dass nach erledigter Arbeit Nachpflanzungen vorgenommen werden. „Ich könnte mir etwa diverse Obstbaumkulturen vorstellen, das Obst wäre dann für die Hausbewohner auch zur freien Entnahme.“

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Andreas Pfeifhofer bezweifelt, dass wirklich alle Bäume krank waren.
privat

Irritiert ist auch SPÖ-Umweltstadträtin Bundesrätin Andrea Kahofer: „Leider wurde ich nicht, wie im Vorfeld versprochen, von diesen Maßnahmen informiert!“ Sie hat sich die Lage angesehen und war „baff“: „Das schaut wirklich furchtbar aus, ich werde alles daran setzen, dass dort ein vernünftiges Nachfolge-Projekt gestartet wird, es fehlt ja auch der Schatten!“

Und auch Grüne-Vizebürgermeister Martin Fasan hätte sich eine bessere Kommunikation gewünscht: „Das ist sicher nicht optimal gelaufen. Meines Wissens nach wurden aber alle Mieter davon rechtzeitig informiert!“ ÖVP-Stadtchef Herbert Osterbauer ersucht um Verständnis: „Man kann es nicht allen recht machen, aber wenn es aus Sicherheitsgründen notwendig ist, dann gehört es gemacht. Denn von den Mietern wird im Unglücksfall auch sicher niemand die Verantwortung übernehmen wollen!“

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