Kurt Waclawek: Gute Reise für letzten Weg. Kurt Waclawek verstarb nach längerer Krankheit im 71. Lebensjahr. Sein Sohn Markus erinnert sich.

Von Christian Feigl. Erstellt am 22. April 2021 (03:34)
Kurt Waclawek, wie ihn die meisten Neunkirchner kannten.
privat, privat

Sein Name war bis zuletzt untrennbar mit dem Neunkirchner Traditionsreisebüro Schwarzott verbunden: Jetzt hat Kurt Waclawek, „Mister Schwarzott“ schlechthin, nach längerem Kampf gegen eine schwere Krankheit verloren. Er verstarb im 71. Lebensjahr. Nicht nur seine Branche trauert.

Waclawek wurde am 5. Juni 1950 geboren und lebte mit Schwester und Familie in der Triesterstraße. Und schon in Kinderjahren wurde ein Trend zur Verkehrsmobilität erkennbar: „Beschäftigt hat er sich da schon gerne mit der Märklin-Eisenbahn, Spaziergänge mit seiner Oma waren nicht so beliebt“, erzählt Sohn Markus der NÖN. Bereits in seiner Jugend entdeckte er sein Faible für Reisen. Mit seinen Freunden war er gerne mit seinem legendären roten Mercedes 180 unterwegs. Die jungen Reiseabenteuer endeten aber abrupt, als ihn sein Vater ins Reisebüro berief. Der Ernst des Lebens begann. 1981 übernahm er das Reisebüro. Waclawek lebte für die Firma. „Er war ständig erreichbar: Wenn ein Bus um fünf Uhr morgens weggefahren ist, hat er geschaut, ob alles passt, wenn einer um Mitternacht heimgekommen ist, hat er nachgefragt, wie es gewesen ist“, so sein Sohn.

„Meine Krankheit hat ihn verändert, nicht nur die Firma war wichtig, auch die Gesundheit, das Familienleben und die Menschlichkeit rückten in den Vordergrund.“ Sohn Markus über seinen Vater Kurt Waclawek.

1994 heiratete er seine Frau Gabriele, die zwei Kinder mit in die Ehe brachte, Thomas und Dominique. Im September 1994 kam das gemeinsame Kind zur Welt – Markus. Dieser erkrankte mit zweieinhalb Jahren an Leukämie und für die Familie begann eine schwierige Zeit. Die Krankheit seines Sohnes hat ihn verändert, nicht nur die Firma war wichtig, auch die Gesundheit, das Familienleben und die Menschlichkeit rückten in den Vordergrund. Markus wurde gesund und heute ist er schon im Reisebüro als Prokurist tätig.

Kurt Waclawek war ein herzlicher Mensch, seine ruhige, umsichtige Art war beeindruckend. Sein Hobby war der Fußball – nicht aktiv, aber als glühender Fan des FC Barcelona, bei dem er Mitglied war. Mit seinem Auto fuhr er oft nach Spanien. Er liebte seine Urlaube in Barcelona, für seine Mitarbeiter organisierte er sogar einen Betriebsausflug nach Barcelona mit einem Besuch im Camp Nou Stadion und eines Matches.

Vor zwei Jahren bekam „Mister Schwarzott“ gesundheitliche Probleme mit dem Herzen und mit der Lunge. Er benötigte Sauerstoff, was ihn aber nicht davon abhielt, jeden Tag ins Büro zu kommen, um zu arbeiten. Mit seiner umsichtigen Art führte er die Geschäfte mit Unterstützung seines Sohns Markus. Seinen Kunden und Partnern wird er als sympathischer, netter und fleißiger Geschäftsmann in Erinnerung bleiben. Bei seinen Mitarbeitern war er durch seine Menschlichkeit und sein fachliches Können sehr geschätzt. Seine Familie vermisst ihn als Ehemann und liebevollen Vater.

Sein Motto bei der Organisation von Reisen war „Der Weg ist das Ziel“. Kurt Waclawek hat sein Ziel jetzt erreicht. Gute Reise!