Schlägerei auf der B 17 endete vor Gericht. Auseinandersetzung zwischen Kosovaren verlagerte sich auf die Bundesstraße. Vor Gericht verstrickte sich das Opfer in Widersprüche und am Ende gab es eine Diversion.

Von Brigitte Steinbock. Erstellt am 21. April 2019 (04:00)
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Eine handgreifliche Auseinandersetzung mitten auf der B 17 in Neunkirchen am 18. November hatte nun ein gerichtliches Nachspiel. Ein 45-jähriger Kosovare, sein Sohn, 19, sein künftiger Schwiegersohn, 25, und dessen Bruder 28, sollen einen 23-jährigen Kosovaren verletzt haben. Laut Staatsanwaltschaft kam es zu einer Auseinandersetzung, bei der alle vier auf das Opfer eingeschlagen haben sollen.

Der Erstangeklagte, der Vater, sagte gleich vor Gericht, dass er dem Mann eine Ohrfeige gegeben hatte. Allerdings er alleine habe die Auseinandersetzung gehabt. Er habe danach das Opfer am Gürtel gepackt, quer über die B 17 geschliffen und ihn dann in sein Auto verfrachtet. Der junge Mann habe zuerst mit seinem Sohn geredet, dann sei er wiedergekommen und er habe ihn daraufhin zur Rede gestellt.

„Er war sehr unfreundlich zu mir und respektlos. Ich gab ihm zwei Ohrfeigen und hab‘ ihn zum Auto gebracht.“Der Angeklagte vor Gericht.

„Er war sehr unfreundlich zu mir und respektlos. Ich gab ihm zwei Ohrfeigen und hab‘ ihn zum Auto gebracht“, so der Angeklagte bei seiner Aussage am Landesgericht.

Seine Söhne seien an der Sache nicht beteiligt gewesen, behauptete er.

Dieses „Zum-Auto-bringen“ blieb mitten auf der B 17 nicht unbemerkt. Mehrere Autos mussten anhalten. Eine Zeugin: „Ich kam von Wiener Neustadt auf der B 17 und sah die Gruppe auf der linken Seite. Es gab ein Gerangel. Ich blieb stehen und da waren sie schon auf der Straße. Ein Mädchen war dabei und hat nach der Polizei geschrien und alle haben mit den Armen gefuchtelt.“

Das Opfer erklärte, dass es zu der Familie gefahren sei, weil der Schwiegersohn seine Freundin mehrmals angerufen habe und sich auch mit ihr treffen wollte. Er wollte mit dem Mann reden und sei dann geschlagen worden. Der Mann verstrickte sich, ebenso wie seine Freundin, vor Gericht in einige Widersprüche und so schenkten die Schöffen den Angeklagten mehr Glauben.

Diversion und Geldstrafe für den Angeklagten

Der Prozess endete mit einer Diversion für den Vater, er muss 2.000 Euro Geldstrafe zahlen, und Freisprüchen für den Rest der Familie.