Neunkirchen

Erstellt am 13. August 2018, 08:19

von Christian Feigl

Trauer um Original. Sepp Neustetter starb in der Vorwoche im 83. Lebensjahr. Zeit seines Lebens war er aus dem Stadtbild nicht wegzudenken.

Ein Neunkirchner Original und Kämpfer ist nicht mehr: Sepp Neu  |  Feigl

Er war mit Sicherheit eines der letzten Originale der Bezirkshauptstadt: Kein Maiaufspielen des Neunkirchner Musikvereins ohne ihn, kaum eine Veranstaltung am Hauptplatz ohne ihn. Wer in Neunkirchen unterwegs war, der kannte ihn: Jetzt hat Josef „Sepp“ Neustetter für immer seine Augen geschlossen. Am Donnerstag starb er nach kurzem schweren Leiden im 83. Lebensjahr im Krankenhaus.

Bekannt und auffällig war Neustetter vor allem durch sein Fortbewegungsmittel: Seinen elektrisch betriebenen Rollstuhl, der vor einigen Jahren nach einer Fußamputation wegen den Folgen einer Verletzung notwendig geworden war.

Humor und Geselligkeit zeichneten ihn aus

Und bekannt war er auch für seinen Humor, Schmäh und seine Geselligkeit.

Unvergessen, als Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner den ehemaligen Bierfahrer bei der Eröffnung des Feuerwehrhauses im Mai des heurigen Jahres anplauderte. Nach kurzem Smalltalk verabschiedete sich diese damals bei ihm mit einem „Gesund bleiben, soweit es halt geht!“ Neustetter, nicht auf den Mund gefallen, hatte sofort eine Antwort parat: Mit seinem „I woart no, dass ma da Fuaß nochwochst“ hatte er damals die Lacher auf seiner Seite. Es sollte einer seiner letzten großen Auftritte sein...

Bekannt war das Neunkirchner Original auch durch sein großes Engagement im Neunkirchner Vereinsleben: So war Neustetter unter anderem Gründungsmitglied der SK Mühlfeld Eisschützen und auch Kamerad bei der Freiwilligen Feuerwehr. Dem 1. Neunkirchner Musikverein hatte er Zeit seines Lebens sein Herz geschenkt und es gab kaum einen Auftritt der Musiker, wo der Musikliebhaber nicht als Zuhörer dabei war.

Sepp Neustetter wird am kommenden Freitag, 17. August, um 16 Uhr am städtischen Friedhof zur letzten Ruhe geleitet.