Handler: „Wir im Bezirk arbeiten weiter!“. Wie beurteilen Neunkirchens FPÖ-Bezirkspolitiker die jüngsten Entwicklungen rund um FPÖ-Vizekanzler Heinz-Christian Strache und Klubchef Johann Gudenus? NÖN.at hörte sich um.

Von Philipp Grabner. Erstellt am 18. Mai 2019 (13:47)
FPÖ
Jürgen Handler, geschäftsführender Bezirksparteichef der FPÖ in Neunkirchen. Foto: FPÖ

Es sind innenpolitisch hochspannende Stunden, die Österreich gerade erlebt. Denn seitdem gestern Abend Videos, veröffentlicht von „Spiegel“ und „Süddeutscher Zeitung“ in Umlauf sind, die FPÖ-Vizekanzler Heinz-Christian Strache zeigen, wie er einer vermeintlichen Investorin aus Russland öffentliche Aufträge verspricht, sollte sie der FPÖ zum Wahlerfolg verhelfen, überschlagen sich die Ereignisse: Sowohl Strache, als auch der geschäftsführende Klubobmann im Parlament, Johann Gudenus, erklärten Samstagmittag ihren Rücktritt von allen Funktionen.

„Kann man interpretieren, wie man will“

Der geschäftsführende Bezirksparteiobmann der FPÖ Neunkirchen, Landtagsabgeordneter Jürgen Handler, betont gegenüber NÖN.at, dass die aktuellen Ereignisse keinen Einfluss auf die Arbeit im Bezirk hätten: „Wir arbeiten in Neunkirchen weiter wie bisher“, stellt Handler klar.

Er selbst kenne nur die über die Medien bisher veröffentlichten Sequenzen des Videos, „die kann man interpretieren, wie man will“, meint er. Klar sei, „dass manche Aussagen nicht in Ordnung seien“, mehr könne er aktuell aber nicht dazu sagen, so Handler. Der FPÖ-Politiker plädiert aber für ein Weiterarbeiten in der Bundesregierung: „Die sollten wir auf jeden Fall erhalten“, so Handler.

Und weiter: „Unsere mehr als erfolgreiche Regierungsarbeit beweist, dass Österreich die politische Kraft und Stärke der Freiheitlichen Partei braucht. Wir haben seit die FPÖ in der Bundesregierung ist, schon vieles bewegt. Die FPÖ in Niederösterreich und im Bezirk Neunkirchen hat eine starke Basis und ein Fundament, das nicht so leicht zu erschüttern ist und wir werden unsere Arbeit konsequent fortsetzen.“

Für den früheren Ternitzer FPÖ-Stadtrat und jetzigen Gemeinderat Michael Reiterer ist Strache – trotz der jüngsten Vorkommnisse – „nach wie vor ein großes Vorbild“. Angesprochen auf die vielzitierten Videosequenzen meint Reiterer, man habe hier mit „linkslinken Methoden“ gearbeitet.

Natürlich sei er aber auch enttäuscht über so manche Aussage Straches, so Reiterer, der betont, dass dies seine persönliche Sicht sei, nicht aber die der Partei. Dass die Opposition Neuwahlen fordere, sei „logisch“, so Reiterer. Klar sei aber, dass man die Wahlplakate zur EU-Wahl in einer Woche in Ternitz abnehmen werde, so Reiterer – auf diesen ist nämlich auch Heinz-Christian Strache zu sehen.