Da rauchte der Mopedsattel. Vier motorsportbegeisterte Freunde legten mit ihren 50ccm- Kleinmotorrädern in nur einem Tag 206 Kilometer und 6.763 Höhenmeter zurück.

Von Christian Feigl. Erstellt am 10. Juli 2019 (04:10)
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Geschafft! Das Quartett Hubert Pfautsch (Honda Gorilla - 4 Takt - Bj. 2005), Harald Fuhs (Vespa Automatik 50ccm 2-Takt), Heinz Past (Suzuki RV50 50ccm 2-Takt Bj. 1984) und Kristof Rottensteiner (Puch DS50 - 2 Takt Bj. 1964) konnte den Ötztaler Mopedmarathon erfolgreich absolvieren.

,,Es war ein Abenteuer. Mit Sicherheit ein Unvergessliches!“ Die vier Freunde Hubert Pfautsch, Heinz Past, Harald Fuhs und Kristof Rottensteiner haben sich auf eine besondere Herausforderung eingelassen: Mit ihren Kleinmotorrädern Honda Gorilla, Suzuki RV50, Vespa Automatik 50ccm und Puch DS50 waren sie nicht nur Teilnehmer beim „Ötztaler Mopedmarathon“, sondern konnten die 206 Kilometer und 6.763 Höhenmeter an nur einem Tag auch bewältigen. Mit einer Zeit von zehn Stunden und 15 Minuten reihte sich das Quartett am Ende im Mittelfeld der 2018 Starter ein, von denen aber nur 1.727 das Ziel erreichten.

„Die größte Herausforderung war sicher die enorme Höhendifferenz!“Hubert Pfautsch über die Tücken des Ötztaler Mopedmarathons.

„Uns vier verbindet seit Jahren eine Affinität zum Motorsport und es war ein großer Anreiz, an diesem legendären Abenteuer einmal teilzunehmen“, erzählt Hubert Pfautsch im Gespräch mit der NÖN über die Beweggründe der Reise. Denn alleine die Anmeldung ist bereits eine große Hürde: „Das erste Anmeldefenster wurde am 11. November um 11.11 Uhr geöffnet und die Plätze waren innerhalb weniger Sekunden ausgebucht. Bei der zweiten Chance am 19. November um 19.11 Uhr habe ich mich dann mit Laptop, I-Phone und I-Pad bewaffnet und glücklicherweise vier Plätze ergattern können“, erinnert sich Pfautsch.

Auch die Anreise war mehr als schweißtreibend: „Wir haben unsere 50 Kubikzentimeter-Gefährte in einem Lieferbus zum Start gebracht. Der hatte aber keine Klimaanlage und am Anreisetag war es ziemlich heiß...“, muss er schmunzeln.

Enorme Höhendifferenz als Herausforderung

Immerhin verlief die Veranstaltung für die vier Freunde dann höchst erfolgreich: „Die größte Herausforderung war sicher die enorme Höhendifferenz, aber wir hatten im Gegensatz zu vielen anderen Startern zum Glück mit unseren Mopeds überhaupt keine Probleme und konnten nach etwas mehr als zehn Stunden erschöpft, aber zufrieden das Ziel erreichen.“ Beachtlich, denn immerhin hatte die Puch DS 50 von Kristof Rottensteiner bereits 55 Jahre auf dem Buckel...

Trotz der Partystimmung, die beim viertägigen Event herrschte, lobt Pfautsch die Disziplin aller Teilnehmer. So gab es beispielsweise strenge Polizeikontrollen, von denen auch der Neunkirchner Heinz Past betroffen war: Seine Suzuki RV50 musste auf die Walze, „die Geschwindigkeit war aber zum Glück noch im Toleranzbereich“, so Pfautsch.

Dass das nicht der letzte Start beim Ötztaler Mopedmarathon gewesen sein soll, sind sich die vier schon jetzt einig. Aber im Hinterkopf haben sie eine ganz andere Idee: „Es wäre toll, wenn wir auch in unserer Region eine solche Veranstaltung auf die Beine stellen könnten!“ Denn immerhin hat das Ötztaler Happening, wie Pfautsch weiß, seine Wurzeln im Wechselgebiet: „Früher gab es hier einmal den Schneeberg Wechselland-Radmarathon, aus dem heraus sich der Ötztaler Mopedbewerb entwickelt hat!“