Wirbel um Rodung

In den Augen von Grüne-Gemeinderätin Heidi Prüger ist der Küber Waldweg nach den Baumschlägen eine reine Katastrophe.

Tanja Barta
Tanja Barta Erstellt am 27. Februar 2018 | 05:00
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Rodung Payerbach/Küb
Gleich mehrere Bäume wurden gefällt.
Foto: Feichtinger

„Baum fällt!“ hat es in den letzten Wochen oft in der Weltkulturerbe-Region geheißen. Besonders betroffen, ein Waldweg, der von Payerbach nach Küb führt. Hier wurden entlang der Semmering-Bahn nahezu alle Bäume gerodet.

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Für die Grüne-Gemeinderätin Heidi Prüger ist der Waldweg ein Kapital.
Archiv

„Ich bin jetzt 44 Jahre alt und seit ich vier Jahre alt bin, gehe ich diesen Weg“, kennt Grüne-Gemeinderätin Heidi Prüger die Route, die auch Teil des Bahnwanderweges ist, in- und auswendig. Sie ist mit dem derzeitigen Zustand des Waldweges mehr als unzufrieden. „Solche Wege sind unser Kapital und ein Erholungsgebiet! Jetzt schaut er furchtbar aus. Und das Schlimmste ist, dass wir Teil der Weltkulturerbe-Region sind und das dann so aussieht“, versteht Prüger die Welt nicht mehr. Laut ihr wurden immer kleinweise mehr und mehr Bäume umgeschnitten. Und das soll laut den Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB) bis Ende dieser Woche auch noch so weitergehen.

Rodungen zur Trassenfreihaltung

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ÖBB/Wegscheider

Sie haben angeordnet, die Bäume, die sich auf Privatgrund befinden, zu fällen. „Diese Maßnahmen sind zur Trassenfreihaltung notwendig“, erklärt ÖBB-Pressesprecher Christopher Seif der NÖN Neunkirchen. Dabei wären jene Bäume bzw. Sträucher betroffen, „die in den Sicherheitsraum hineinwachsen oder aufgrund ihres Standortes und Zustandes in den Gleisbereich fallen könnten“, so Seif in einer schriftlichen Stellungnahme. Wie viele Bäume bereits gerodet wurden, konnte er nicht sagen. Zudem sind alle Arbeiten auch mit den Anrainern und den Grundbesitzern abgesprochen. „Die Arbeiten laufen natürlich im Einvernehmen mit den Grundbesitzern“, so der Pressesprecher.

„Eine Möglichkeit, um daraus wieder einen Waldweg zu machen, wäre eine Nachpflanzung der Bäume“, ist die Hoffnung bei der Grüne-Gemeinderätin groß. Diese zerschlägt Christopher Seif aber wieder: „Diese Bäume werden dort nicht nachgepflanzt!“

Rodung Payerbach/Küb
Der Schock über die gerodeten Bäume war nicht nur bei der Grünen-Gemeinderätin, sondern auch bei zahlreichen weiteren Payerbachern groß.
Feichtinger