Nicole Stark: „Es braucht Live-Auftritte“. Die Pittenerin Nicole Stark ist seit kurzem Teil der Kulturvernetzung und spricht mit der NÖN über ihre neue Aufgaben und Herausforderungen als Viertelsmanagerin.

Von Johannes Authried. Erstellt am 03. März 2021 (03:33)
H. Kupries

Bei der Kulturvernetzung NÖ, eine Service- und Beratungseinrichtung für Kunst- und Kulturschaffende, bekannt für die Marken „Tage der offenen Ateliers“ und das Viertelsfestival NÖ, gibt es seit 1. Februar personelle Änderungen. Neuer Geschäftsführer in der Kulturvernetzung Niederösterreich ist Harald Knabl, ehemaliger Chefredakteur der NÖN. Er wird gemeinsam mit dem Gründergeschäftsführer Josef Schick die Geschicke der Kulturvernetzung leiten. Neu im Team ist auch die in Pitten lebende Kulturmanagerin Nicole Stark, die als Viertelsmanagerin Teil des Teams der Kulturvernetzung im Büro Industrieviertel sein wird. Mit der NÖN spricht sie über neue Aufgaben und die aktuelle Situation rund um Corona.

NÖN: Die Kulturvernetzung NÖ ist Teil der Kultur.Region.Niederösterreich und unterstützt seit mehr als 25 Jahren die Kulturschaffenden im Land. Welche Aufgabe haben Sie dort?

Nicole Stark: Es ist ein breites Spektrum an Aufgaben und Fragestellungen. Das finde ich spannend. Als Viertelsmanagerin ist ein Großteil meiner Arbeit die praktische Beratung und Vernetzung der insgesamt 652 Mitglieder im Industrieviertel. Das ist an sich eine heterogene Gruppe, die einzelne Kunst- und Kulturschaffende ebenso umfasst wie Kulturvereine, Museen oder Gemeinden. Hier passiert sehr viel ehrenamtliche Arbeit auf professionellem Niveau.

Welche Vorteile dürfen sich Mitglieder der Kulturvernetzung erwarten?

Stark: Zum einen setzen wir auf Vernetzung der Mitglieder untereinander und mit anderen regionalen „Playern“ im Bereich Tourismus, Wirtschaft und Kultur. Durch gelingende Kooperationen und Netzwerkpartnerschaften werden Kulturakteure gestärkt. Zum anderen hat die Kulturvernetzung wertvolle Services entwickelt, die sie ihren Mitgliedern anbietet. Diese reichen von Werbe-, Kommunikations- und Versicherungsangeboten bis hin zur Beratung bezüglich Förderungen sowie Unterstützung bei der Organisation, Planung und Finanzierung von Projekten. Hierbei schauen wir uns die jeweilige Situation individuell und detailliert an und erarbeiten mit den Mitgliedern gemeinsam Ideen, Konzepte und Lösungsansätze.

Spielt die aktuelle Corona-Pandemie in diesem Zusammenhang ebenfalls eine Rolle?

Stark: Ja, ganz klar. Die Kulturschaffenden sind von der aktuellen Pandemie schwer betroffen. Es fehlen in jeder Hinsicht aktuell Grundlagen für die Planung von Veranstaltungen. Das generiert Unsicherheit. Viele stellen sich die Frage, wie lange sie die Strukturen noch aufrechterhalten können, um im Fall einer Öffnung dann wieder ein Angebot hochfahren zu können. Unsere Beratungen sind auch hier angepasst an die jeweilige Situation und immer dahingehend, dass die Regionalkultur erhalten bleibt und im Idealfall gestärkt und mit neuen Impulsen aus der Krise hervorgehen kann.

Wie darf man sich das vorstellen? Kann man sich tatsächlich eine Stärkung erwarten?

Stark : Strukturell gesehen ist das tatsächlich schwer vorstellbar. Wenn ich mir aber im Einzelnen anschaue, was gerade an kreativem Potenzial frei wird, wie sehr die gesamte Szene über kreative Ansätze nachdenkt, dann stimmt mich das sehr zuversichtlich. Was es in jedem Fall bald wieder braucht, sind Live-Auftritte.

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