Positives Echo für Hochwasserschutz-Mauer. Bürgerliste stellte Alternative zu bisherigen Plänen vor.

Von Tanja Barta. Erstellt am 24. April 2019 (04:21)

Viele freie Plätze gab es letzten Donnerstag nicht mehr im Gasthaus Manhalter. Die Bürgerliste, genauer gesagt Gemeinderat Oliver Strametz lud ein, um die erste Alternative zu den bisherigen Hochwasserschutzplänen der Gemeinde zu präsentieren. Und diese kam durchwegs positiv bei den Bürgern an.

Das Thema Hochwasserschutz begleitet die Gemeinde Pitten bereits seit mehreren Jahren. 2018 wurden dann, im Beisein der Bevölkerung, zwei Varianten vorgestellt. Bei beiden Möglichkeiten sollen die Felder um die sogenannte „Bauernautobahn“ zwischen Sautern und Pitten laut Plan zu einer riesigen Badewanne werden, mit zum Teil neun Meter hohen Dämmen. In eine der beiden Varianten wurde sogar die Möglichkeit einer Erweiterung der Firma Hamburger eingeplant, die sich am Hochwasserschutz auch finanziell beteiligen würde – und genau dieser Fakt stieß einigen sehr sauer auf.

"Irgendwie lässt sich beides nicht vereinbaren"

Sogar so sauer, dass über 400 Bürger ihre Unterschrift für eine Volksbefragung hergaben, in der darüber abgestimmt wird, ob die Pittener eine Umwidmung von landwirtschaftlichen in industrielle Flächen wollen oder nicht. Diese findet nun nicht wie angekündigt mit der Europawahl am 26. Mai, sondern bereits am 19. Mai statt. „Irgendwie lässt sich laut Bürgermeister beides nicht vereinbaren und deshalb haben wir jetzt diesen Termin“, so Bürgerlisten-Gemeinderat Oliver Strametz, der hinter der Unterschriftenaktion steckt.

Er ist es auch, der mit Reinhard Prenner, Dozent an der Technischen Universität im Forschungsbereich Wasserbau, ins Gespräch gekommen ist. Auch Prenner selbst war als baldiger Pittener bei der Präsentation der beiden ersten Varianten dabei und hatte damals schon einiges zu bemängeln. Vergangene Woche stellte er dann seine Variante eines Hochwasserschutzes vor. Statt einem neun Meter hohen Damm, der viel landwirtschaftliche Fläche einnehmen würde, schlägt er die Errichtung einer Winkelstützmauer vor. Diese könnte man teilweise von der Höhe her anpassen, die landwirtschaftlichen Flächen so belassen wie sie auch momentan sind und die Kosten wären natürlich auch ganz andere. „Für diese Variante müsste man rund fünf bis zehn Millionen Euro bezahlen. Die Pläne der Gemeinde kommen auf 30 bis 40 Millionen Euro“, so Bürgerlisten-Gemeinderat Oliver Strametz. Außerdem würde sich die Bauzeit um einiges verkürzen. So könnte eine sogenannte Winkelstützmauer bereits in einem Jahr errichtet sein.

An eine Erweiterung der Firma Hamburger wurde bei der ersten Alternative aber nicht gedacht. Doch was sagt eigentlich die Firma selbst zu der Alternative? „Genaue Pläne liegen uns nicht vor und so können wir sie auch keiner seriösen Bewertung unterziehen“, so Hamburger-Standortleiter Josef Krenn. Grundsätzlich könne er zu dem Thema nur sagen, dass der Firma die Absicherung des Standortes in Pitten ein zentrales Anliegen sei. „Wir beobachten die von Herrn Strametz betriebene Diskussion daher auch mit wachsender Sorge, da wir den Eindruck gewinnen, dass sich Herr Strametz keine Gedanken um die wirtschaftliche Zukunft in Pitten macht“, meint Krenn.

Eine weitere Vorstellung der Alternative soll es noch vor der Volksbefragung im Mai geben.

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