Freiwillige packten bei Bergwaldprojekt wieder an. 23 Personen machten Wege und Steige in der Region wieder tourismusfit.

Von Tanja Barta. Erstellt am 09. Juli 2019 (04:05)
Bergwaldprojekt
Schwere Geschütze musste Janik Wilfinger bei „seiner Baustelle“ auffahren.

Sie kümmern sich um Wege, die teilweise durch Wetterbedingungen komplett zerstört wurden oder auch Klettersteige, die für Touristen wieder gesichert werden müssen. Das Bergwaldprojekt, das vor mittlerweile drei Jahren vom Österreichischen Alpinverein sowie den Naturfreunden Österreich ins Leben gerufen wurde, kümmert sich, mit Unterstützung von Ehrenamtlichen, um genau diese Angelegenheiten.

Wanderwege mit neuen Geländern ausstatten, Steige neu absichern oder anlegen, Wege vom Latschenwildwuchs befreien: All das zählte zu jenen Aufgaben, die insgesamt 23 Freiwillige innerhalb einer Woche im Höllental erledigten. Und die Arbeit wird in den nächsten Jahren sicher nicht weniger, sondern immer mehr.

Klimawandel bringt Probleme

Vor allem der Klimawandel macht es den Freiwilligen vom Alpenverein und den Naturfreunden nicht unbedingt einfach. „Der letzte Winter war schon sehr hart. Wege wurden teilweise komplett zerstört“, so Regina Hrbek von den Naturfreunden. Und daraus ergibt sich für die Projektinitiatoren auch gleich das nächste Problem: Die Freiwilligen.

Bergwaldprojekt
Rene Wolf und Franz Wilfinger haben in ihrer Freizeit ehrenamtlich beim diesjährigen Bergwaldprojekt mitgemacht.

„Wenn ein Weg beispielsweise von einer Lawine komplett zerstört wird, dann wirst du mit zwei ehrenamtlichen Helfern nicht viel weiterbringen“, ist die Freiwilligkeit ein großes Thema. Zwar würden in dieser Woche über 20 Personen helfen, den Rest des Jahres sieht es dafür aber mau aus. „In dieser einen Woche gibt es viel Action und das zieht dann vor allem junge Leute an. Unser Problem ist es aber, Leute zu finden, die auch das ganze Jahr über einen Weg betreuen, den immer wieder abgehen und mögliche Schäden so auch gleich melden“, so Alpenverein und Naturfreunde.

Bergvermüllung wird weniger

Positiv ist jedoch, dass immer mehr Wanderer den Berg zu schätzen wissen – sprich, ihren Müll nicht überall verstreut liegen lassen. „Alles was man auf den Berg mit hinauf nimmt, das nimmt auch wieder mit runter. Man muss auch sagen, je höher man kommt, desto weniger Schmutz gibt es. Die richtigen Bergsteiger nehmen ihren Müll wieder mit ins Tal“, konnten Hrbek und Rainer Vogl (Alpenverein) in den letzten Jahren beobachten.

Die außergewöhnlichen Witterungsverhältnisse führten auch dazu, dass die Bergrettung Reichenau bereits 40 bis 50 Mal ausrücken musste. „Normalerweise haben wir pro Jahr 50 bis 60 Einsätze“, so Bergrettungsleiter Ewald Putz.