Ski fahren ist im Bezirk Neunkirchen noch im Trend. Wintersportwochen gibt es nach wie vor – auch wenn sich der Stellenwert verändert hat.

Von Tanja Barta, Christian Feigl und Philipp Grabner. Erstellt am 14. Januar 2020 (05:43)
Spaß im Schnee: Durch Schulskikurse kommen viele Kinder erstmals auf die Bretter, die die (Ski-)Welt bedeuten.
Fahrnberger

Der Neunkirchner Oliver Membier ist einer, der beide Seiten kennt. Zum einen arbeitet er als Sportlehrer in der Neuen Sportmittelschule in Ternitz, zum anderen ist er Vater dreier schulpflichtiger Kinder.

Einen spürbar großen Rückgang bei der Teilnahme an den Skikursen konnte er in den letzten Jahren an seiner Schule aber nicht erkennen: „Die Skikurse sind in den Sportklassen zwar verpflichtend, aber auch aus den anderen drei Klassen fahren demnächst insgesamt 68 weitere Schüler mit.“ Das ist für ihn auch jenem Umstand geschuldet, dass diese Woche nicht mehr als reiner „Skikurs“ geführt wird. „Das heißt jetzt Wintersportwoche und wir bieten dabei viele Alternativen an. Die Schüler können auch Langlaufen oder Rodelfahren. Wichtig ist, dass sie Bewegung machen.“

Das hat er auch in der eigenen Familie erfahren. Eine seiner Töchter war am Anfang gar nicht von der Idee des Schulskikurses begeistert: „Dann hat es ihr aber so gut gefallen, dass wir jetzt auch privat viel Skifahren!“ Auch finanziell sei die Teilnahme am Skikurs für die meisten kein Thema: „Bei uns kosten die fünf Tage knapp 300 Euro, es gibt aber bei Engpässen auch Unterstützung vom Elternverein oder der Stadtgemeinde.“

„Stellenwert vom Ski fahren verändert!“

Karl Morgenbesser, Geschäftsführer der Erlebnisarena in St. Corona, zieht eine gemischte Bilanz. Einerseits sei die Anzahl von Schulskikursen, bei denen sich die Klassen auch einquartieren, tendenziell gesunken. Auf der anderen Seite würden Kurse, die nur einen oder zwei Tage lang dauern, gut angenommen werden, meint Morgenbesser: „Ich sehe einerseits finanzielle Gründe, aber auch die Tatsache, dass sich der Stellenwert vom Ski fahren generell gewandelt hat.“ Viele Schüler seien in ihrem Leben bis dato noch gar nicht wirklich mit Schnee in Berührung bekommen, „da fehlt dann natürlich auch der Zugang.“ Wolle ein Lehrer aber einen Kurs anbieten, könne er das auch, ist der Geschäftsführer überzeugt.

Chancen, das Interesse zu steigern, sieht Morgenbesser etwa darin, das Angebot möglichst niederschwellig zu gestalten: „Etwa unter dem Motto ,Spaß im Schnee‘ mit Rodeln oder Bob fahren“, schlägt er vor. Seine Erlebnisarena in Unternberg sei aber generell sehr gut gebucht, „groß ist das Interesse etwa bei den Kindergärten. Hier merkt man, dass das übergreifende Bildungssystem sehr gut funktioniert“, meint Morgenbesser.

Skikurse "stärken die Klassengemeinschaften"

Eine Schule, die nach wie vor mit ihren Schülern Skikurse durchführt, ist die Landwirtschaftliche Fachschule Warth. Und das soll auch so bleiben. „Sie stärken die Klassengemeinschaften und sind ein einmaliges Erlebnis in der Schullaufbahn“, so Pädagogin Elfriede Stückler, die in Warth die Skikurse organisiert. Die Kosten wären dabei kein großes Thema, „diese befinden sich durchaus im Rahmen des Leistbaren“, so die Fachlehrerin.

Zudem werde auch darauf geachtet, die Skikurse nicht zu teuer werden zu lassen. „Der Absolventenverband der LFS Warth übernimmt jedes Jahr die Buskosten, wofür wir sehr dankbar sind“, so Stückler. Für die Skiausrüstung der Jugendlichen gibt es keinen finanziellen Zuschuss: „Wir versuchen schon im Vorfeld, fehlende Ausrüstungsgegenstände selbst zu organisieren. Inzwischen ist eine Leihausrüstung sehr günstig!“

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