Betriebe hielten Krise stand. Ternitzer Unternehmen hätten sich bis jetzt tapfer gehalten. Nicht zuletzt auch durch innovative Ideen.

Von Tanja Barta. Erstellt am 08. Mai 2021 (02:34)
Schoeller Bleckmann Edelstahlrohr nutzte die letzten Monate, um sich neu zu konzipieren. Man sei auf einem langsamen, aber konstanten Weg in die richtige Richtung, heißt es.
Tanja Barta, Tanja Barta

Langsam aber doch scheint sich die Situation rund um Corona im Bezirk und auch darüber hinaus zu entspannen. Gilt das aber auch für die großen Wirtschaftsbetriebe? Die NÖN fragte bei den Ternitzer Großunternehmen Schoeller Bleckmann Oilfield (SBO) und Schoeller Bleckmann Edelstahlrohr (SBER) nach.

„Aktuell befinden wir uns bereits in einem leichten Aufschwung, mit einem positiven Ausblick in die zweite Jahreshälfte“, so Andreas Böcskör, Pressesprecher bei Schoeller Bleckmann Oilfield. Laut ihm habe der Ternitzer Großkonzern die durch Corona entstandenen Herausforderungen gut lösen können. „Der Einbruch der Weltwirtschaft und damit der drastische Rückgang der Nachfrage nach Öl und Gas hat sich jedoch auf die Geschäftsaktivitäten negativ ausgewirkt“, schreibt Böcskör auf NÖN-Anfrage. Mitarbeiter mussten in den letzten Monaten am Standort in Ternitz keine abgebaut werden. Ob man ein weiteres Corona-Jahr wirtschaftlich überstehen würde? „SBO verfügt über eine sehr starke Bilanz und Cashflow und würde ein weiteres Covid-19-Jahr überstehen!“

Entspannung macht sich bemerkbar

Langsam bergauf geht es auch für Schoeller Bleckmann Edelstahlrohr – zumindest, wenn es um die Anfragen geht. „Die langsame Entspannung der Wirtschaft wird merkbar. Dies allerdings noch auf einem deutlich niedrigeren Niveau als in den Vorjahren“, so Daniel Bacher. SBER habe die letzten Monate genutzt, um sich neu aufzustellen.

„Der Edelstahlrohr-Zug fährt, wenn auch noch nicht mit voller Geschwindigkeit, konstant und in die richtige Richtung!“ Daniel Bacher, SBER

So ging man laut Bacher beispielsweise auch bei der Kurzarbeit einen etwas anderen Weg. „Mit dem Wissen, dass die Kurzarbeitsregelung nur dann Sinn macht, wenn wir als Unternehmen auch nach der Kurzarbeit ausreichend Aufträge und damit Arbeit für unsere Mitarbeiter haben, wurde dieses Instrument bewusst erst spät, nämlich mit Anfang 2021 eingesetzt. Die Zeit bis dahin wurde dafür genutzt, alte Urlaube oder Zeitguthaben abzubauen“, so der Leiter des Personalwesens. Nach einigen Corona-Monaten wurde seitens der Geschäftsleitung ein Personalabbau eingeleitet, um die Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens sicherstellen zu können. Aus heutiger Sicht habe man nicht vor, weitere Mitarbeiter abzubauen. „Die ersten größeren Aufträge wurden vor einigen Wochen gebucht, 2021 sieht durchaus positiv aus.“

Ob man ein weiteres Corona-Jahr überstehen würde? „SBER hat – nicht nur Corona-bedingt – die Neuaufstellung bereits 2020 vollzogen und würde daher ohne Probleme die kommenden Jahre wirtschaftlich Erfolg haben“, ist Bacher überzeugt. Im Gegensatz zu vielen Unternehmen, die mit März 2020 in Kurzarbeit gingen, habe man in Ternitz rechtzeitig die Weichen gestellt. „Der Edelstahlrohr-Zug fährt, wenn auch noch nicht mit voller Geschwindigkeit, konstant und in die richtige Richtung“, so Daniel Bacher.

Aber auch die kleineren Betriebe, die ihren Standort in der Stadtgemeinde haben, kamen mehr oder weniger gut durch die Krise. „Unsere Ternitzer Betriebe haben sich bisher sehr tapfer gehalten. Das nicht zuletzt durch ihren langen Atem und viele gute Ideen. Beispielsweise haben einige Unternehmen im Lockdown Gutscheine verkauft, die danach eingelöst werden konnten. Andere wiederum haben ihre Produkte auch rasch online angeboten“, so Gernot Zottl, Geschäftsführer der Stadtmarketing Ternitz GmbH. Er hofft, dass die schwierigste Zeit für die Wirtschaft nun überstanden ist: „Aber diese Hoffnung hatten wir vorigen Sommer auch schon. Aber diesmal klappt es. Bleiben wir optimistisch.“