Pool-Befüllung: Wasser marsch nur mit Termin!. Wasserleitungsverband vergab erstmals Termine für Pool-Befüllung, um Wasserknappheit in Ternitz entgegenzusteuern.

Von Tanja Barta. Erstellt am 22. April 2021 (04:33)
Symbolbild
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Rund 21.500 Personen werden durch den Gemeindewasserleitungsverband Ternitz und Umgebung versorgt. Um dieses Service weiterhin ohne Probleme anbieten zu können, gibt es seit diesem Jahr Änderungen rund um die Pool-Befüllungen. Jeder Besitzer bekam erstmals einen Termin zugeordnet, an dem er das Becken befüllen darf. Während der Großteil der Bevölkerung dem System positiv gegenübersteht, gab es aber auch die ein oder andere kritische Stimme.

Es war im Sommer des Vorjahres, als klar wurde, dass es eine Lösung braucht, wenn es um die Befüllung von Pools in den Gemeindegebieten Ternitz, Wimpassing sowie Grafenbach-St. Valentin geht. „In den letzten zehn Jahren gab es einen Aufwind bei der Anzahl der Pools. Mittlerweile haben wir 1.300 Pools im Verbandsgebiet“, so Ternitz‘ SPÖ-Stadtrat und Wasserleitungsverbandsobmann Peter Spicker. Aus diesem Grund entwickelte man ein neues System: Jeder Pool-Besitzer bekam einen genauen Termin – diese reichen von April bis Ende Mai –, an dem er diesen befüllen kann. Aufgeteilt wurden die Termine nach Regionen. „So können wir garantieren, dass das Wasser zu diesem Zeitpunkt auch dort ist. Wir haben auch in einem eigenen Informationsschreiben ausführlich erklärt, warum wir das machen“, so Spicker. Dass es dem ein oder anderen Pool-Besitzer sauer aufstieß, dass er diesen bei Schneetreiben befüllen sollte, bedauert Spicker zwar, doch: „Das Wetter können wir leider nicht beeinflussen. Vor zwei Jahren wurden die ersten Pools im März befüllt, weil es so warm war und danach auch blieb.“

Wasserverbandsobmann und SPÖ-Stadtrat Peter Spicker.
Archiv, Archiv

Bisher habe man durchwegs positives Feedback für das neue System bekommen. Lediglich sechs Personen haben sich bis dato beim Wasserleitungsverband über die Terminvergabe beschwert. „Wir konnten aber mit allen eine Lösung finden. Aber wir können auch nicht auf jeden individuell eingehen, wenn es um die Pool-Befüllung geht. Falls für jemanden der vorgesehene Termin wirklich nicht einzuhalten ist, dann findet man ganz sicher eine Lösung“, erklärt Spicker. Was ihm ebenfalls noch wichtig ist zu betonen: Der Umgang mit den Mitarbeitern des Wasserleitungsverbandes. „Ich verwehre mich gegen jegliche nicht sachliche Kritik“, betont der Verbandsobmann.

Was viele nicht wissen: Der Wasserleitungsverband ist nicht nur für die Sicherstellung von Trinkwasser für rund 21.500 Personen in insgesamt drei Gemeinden zuständig. „Wir müssen auch sicherstellen, dass genügend Löschwasser für die Freiwilligen Feuerwehren zur Verfügung steht, wenn es zu einem Brand kommt“, so Spicker.

Außerdem wurde die Wasserversorgungsanlage in den letzten Jahren auf den neuesten Stand der Technik gebracht. „Wir haben auch sehr viel in die Energieeinsparung gesteckt. Und das machte sich auch bezahlt. Denn wir mussten 2019 die Kosten nicht erhöhen, da wir sie über die Einsparungen einspielen konnten“, so Spicker.

Zudem wolle man seit bereits drei Jahren ein weiteres Standbein für die Wasserversorgung schaffen. „Wir möchten eine zusätzliche Brunnenanlage schaffen. Doch der Weg dahin ist alles andere als einfach. Wir brauchen dazu verschiedenste Prüfungsverfahren.“ Und auch der Standort einer neuen Brunnenanlage ist derzeit noch unklar. „Wir müssen uns das genau anschauen, wo wir überhaupt noch eine weitere Trinkwasserquelle beziehen können“, gibt der Wasserleitungsverbandsobmann Einblicke in das Großprojekt.