700 Kilo-Kuh brach durch Garagendach: Rettung durch FF. „Kuh auf Garagendach“, so lautete am Freitagabend gegen 17.45 Uhr die Alarmierung für die Feuerwehren Königsberg und Edlitz im Bezirk Neunkirchen...

Von Redaktion NÖN.at. Erstellt am 17. Oktober 2020 (09:34)

"Zuerst konnten es die Freiwilligen Einsatzkräfte gar nicht glauben und dachten an einen Scherz", berichtete die FF-Plattform "Einsatzdoku" in der Nacht auf Samstag.

Die verständlicherweise verwunderten Feuerwehrleute aus Edlitz und Königsberg rückten natürlich dennoch aus und erkannten vor Ort in Thomasberg, dass es sich tatsächlich um einen ernsten und schwierigen Einsatz handelte: Die rund 700 kg schwere Kuh war von ihrer Weide über eine steile Böschung abwärts gerutscht, dort dann vor einer Garage hochgesprungen und auf dem Garagendach gelandet. Durch das hohe Gewicht der Kuh gab das Welleternit nach, das Tier brach in die Garage durch, in der ein Fahrzeug stand ...

Kuh nur halb eingebrochen - Tierarzt beruhigte das Rind

"Die Kuh befand sich mit den Vorderläufen außerhalb des Dachs, mit den Hinterläufen klemmte es zischen Welleternit und der Zischendecke. Lediglich die Dachsporen, auf dem die Kuh zu liegen kam, verhinderten einen kompletten Durchbruch in die Garage", schilderte die "Einsatzdoku".

Da die Kuh immer wieder versuchte sich zu befreien, entschied der Einsatzleiter vor den ersten Rettungsmaßnahmen einen Tierarzt hinzuziehen, der das Rind betäuben und somit ruhigstellen sollte um die Einsatzkräfte bei der Rettung zu schützen. Die Betäubungsinjektion zeigte nach rund 15 Minuten ihre Wirkung.

Für die Rettung der Kuh entschied man mittels Rundschlingen ein Geschirr anzulegen und das Tier mit dem Kran vom Dach zu holen. "Dies erwies sich als Herausforderung für den Kranfahrer, da bei der Hauseinfahrt nur wenige Zentimeter links und rechts Platz waren, um den tonnenschweren Lkw in die Hauseinfahrt zu manövrieren", betonte die "Einsatzdoku".

Nachdem das Geschirr an der Kuh angebracht und der Kran in Stellung gebracht worden war, hob man das Rind behutsam an und rettete es letztlich vom Dach. Um einen zusätzlichen Stress beim Tier zu vermeiden, brachten die Florianis es mittels WLF Container zum naheliegenden Landwirt, wo sie sich langsam von den Strapazen erholen konnte. Wie durch ein Wunder blieb das Tier bis auf ein paar Schrammen völlig unverletzt.

"Nach rund drei Stunden konnte der nicht alltägliche und kuriose Einsatz, an den sich selbst ältere Kameraden nicht erinnern können, so etwas in der Feuerwehrlaufbahn erlebt zu haben, beendet werden", berichtete die FF. Die Feuerwehren Königsberg und Edlitz standen mit 5 Fahrzeugen und 18 Mitgliedern im Einsatz.