Nach Bluttat: „Nur ein Gesprächsthema heute im Ort!". 85-jährige Ex-Bauunternehmerin starb nach Home Invasion in ihrem Haus in Thomasberg. Als tatverdächtig gilt ein 61-jähriger Mann, der sich nach einem Unfall im Krankenhaus befindet.

Von Philipp Grabner. Update am 17. September 2019 (15:29)
Einsatzdoku

Schock, Fassungslosigkeit und Trauer herrschen nach der Bluttat von Montagabend in den Gemeinden Edlitz und Thomasberg sowie der umliegenden Region.

Wie NÖN.at bereits berichtete, wurde eine 85-jährige Frau von einem Mann in ihrem Haus überrascht – laut Angaben der Landespolizeidirektion soll er stumpfe Gewalt gegen die Frau ausgeübt haben, was letztlich tödlich endete. Die genaue Todesursache steht allerdings noch nicht fest und soll durch eine Obduktion geklärt werden. Eine solche wurde seitens der Staatsanwaltschaft jedenfalls angeordnet.

Der Tatort selbst befindet sich nicht in Edlitz (wie manche Medien fälschlicherweise berichteten), sondern auf Thomasberger Gemeindegebiet – in unmittelbarer Nähe zum Freibad der beiden Gemeinden.

Die Bürgermeister reagieren auf NÖN.at-Anfrage geschockt auf den Vorfall: „Das ist natürlich ein Wahnsinn, man ist geschockt“, so Engelbert Ringhofer (ÖVP) aus Thomasberg. Er selbst kannte das Opfer auch gut, „wir hatten immer wieder miteinander zu tun.“

Auch im Ort habe man die 85-Jährige gut gekannt, weiß Ringhofer: „Sie lebte nicht wirklich zurückgezogen, sondern war beispielsweise jeden Sonntag in der Kirche. Ihr Auto hat sie zum Beispiel immer direkt vor dem Gemeindeamt abgestellt, das war ihr Parkplatz“, erinnert er sich.

Erfahren habe er von der Tat erst Dienstagfrüh, „am Abend habe ich noch den Hubschrauber kreisen gehört“, erzählt er. Im Ort selbst gebe es heute nur ein einziges Gesprächsthema, so Ringhofer: „Jeder ist betroffen von dieser brutalen Tat!“

 "Fürchterliches Ereignis"

 Auch Edlitz‘ ÖVP-Bürgermeister Manfred Schuh zeigt sich tief betroffen: „Ein fürchterliches Ereignis, sehr tragisch“, kommentiert Schuh. Auch er habe die Frau gekannt, wie er NÖN.at erzählt: „Wir hatten hin und wieder Gespräche miteinander.“ Vor und in den Geschäften im Ort werde heute einzig über diese Tat gesprochen, so Schuh: „Das bewegt jeden, jeder ist schockiert.“

Tatverdächtig dürfte, wie auch der „Kurier“ online berichtet, ein 61-jähriger Mann sein. Während das Sondereinsatzkommando „Cobra“, Polizei-Suchhunde sowie ein Hubschrauber des Innenministeriums am Abend nach dem Mann fahndeten, wurde er gegen 23.30 Uhr auf der A2 im Gemeindegebiet von Warth von einem Lkw erfasst.

„Aufgrund des derzeitigen Ermittlungsstandes wird davon ausgegangen, dass ein Zusammenhang bezüglich der Homeinvasion bestehen dürfte“, hieß es seitens der Landespolizeidirektion NÖ. Auf die Frage, wie der Zusammenhang hergestellt werden konnte, konnte Staatsanwalt Erich Habitzl „aus ermittlungstaktischen Gründen“ noch keine Angaben machen.

Nur so viel: „Es gab konkrete Hinweise und Beweise.“ Über das Motiv könne man jedenfalls noch nichts sagen, die weiteren Ermittlungen werden vom Landeskriminalamt Niederösterreich übernommen. Laut Staatsanwaltschaft befand sich der Mann am Vormittag noch im künstlichen Tiefschlaf: „Mein letzter Informationsstand ist, dass der Mann noch nicht vernehmungsfähig ist“, so Habitzl zu NÖN.at

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