Neunkirchner sehen mit Optimismus in Richtung Sommer. Tourismusdestinationen und Hoteliers blicken grundsätzlich zuversichtlich in die heiße Jahreszeit. Absage der Festspiele Reichenau wird kritisch gesehen.

Von Nadine Gasteiner und Philipp Grabner. Erstellt am 09. Juni 2021 (05:32)
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Freut sich über die Lockerungsschritte: Gabriele Machacek, Geschäftsführerin des Hotels Schneeberghof in Puchberg.
Philipp Grabner, Philipp Grabner

Die lokale Hotellerie steht nach den Corona-Lockdowns in den Startlöchern für eine wieder aufblühende Sommersaison.

Bernd Scharfegger, unter anderem Geschäftsführer des Raxalpenhofs in Reichenau, zieht eine durchaus positive Bilanz über das vergangene Jahr: „2020 gab es einen enormen Zuspruch im Sommer, sowohl im Berg als auch im Tal. Man merkte, dass die Leute nicht ins Ausland wollten. Dadurch hat man unsere Region, im Großraum Wien, Niederösterreich und Burgenland, speziell kennengelernt, wodurch wir auch viele neue Gästetypen kennengelernt haben.“ Man habe die Chance im letzten Jahr durch die gestiegene Wander- und Naturlust genutzt, sich gut zu präsentieren und somit für Touristen attraktiver zu werden. Scharfegger berichtet daraufhin von dem vergangenen Fronleichnams-Feiertag: „Am Wasserwerk in Kaiserbrunn war alles komplett ausgelastet und ausgebucht.“

Zusätzlich bemerkt er Unterschiede bei den verschiedenen Betrieben und Destinationen: „Alles, was im klassischen Urlaubsbereich ist, mit Natur und Wellness, hat jetzt sofort angezogen! So wie bei uns der Raxalpenhof − Schwimmen und die ersten Sonnenstrahlen genießen haben die Gäste angelockt.“ Für die kommenden Sommermonate glaubt er an folgenden Trend: „Der September wird sehr gut werden, weil die Leute jetzt schnell einmal ins Ausland fahren und dann dafür im September im Inland buchen werden.“

Jedoch sieht er ein Problem mit dem Buchungsboom für die Sommersaison, denn teilweise fehlen die Mitarbeiter. Verstärkt vor allem durch die Pandemie, wie Scharfegger meint.

„3G“-Regel wird ohne „Murren“ akzeptiert

Zuversichtlich in Richtung Sommer blickt Gabriele Machacek, Geschäftsführerin des Hotels Schneeberghof in Puchberg am Schneeberg. Einen „Boom“ bei den Buchungen bemerke man zwar noch nicht, doch „gerade die Wochenenden werden schon stark nachgefragt“, so die Geschäftsführerin. Firmen seien hingegen – etwa bei Buchungen für Seminare – noch zurückhaltend. Welche die drängendste Frage bei möglichen Gästen ist? „Die meisten erkundigen sich nach den Storno-Bedingungen, da ist schon noch eine gewisse Sicherheit gefragt.“ Probleme, dass Gäste die sogenannte „3G“-Regel nicht einhalten, ortet Machacek nicht – im Gegenteil: „Ich bin wirklich positiv überrascht, das funktioniert alles tadellos und ich habe auch noch kein böses Wort gehört.“

„Positiv gestimmt“ geht man auch bei der Tourismusdestination „Wiener Alpen“ in die heiße Jahreszeit. Etablierte Unterkunftsgeber hätten bereits „volle Bücher“, weil sich bereits viele Stammgäste ihren Urlaub gesichert hätten. „Darüber hinaus gibt es viele Quartiere mit freien Kapazitäten und der Zuversicht, dass sich die Betten im Lauf der nächsten Wochen füllen werden“, so „Wiener Alpen“-Geschäftsführer Markus Fürst.

Doch wo Licht, da auch Schatten – die Absage der Festspiele Reichenau bewertet Fürst naturgemäß negativ, schließlich seien die Veranstaltungen dort stets „Garant für Nächtigungsgäste im Sommer“ gewesen: „Der Ausfall konnte durch ein umfangreiches Veranstaltungsprogramm wettgemacht werden.“

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