Trafik-Räuber zu dreieinhalb Jahren Haft verurteilt. Angeklagter bekannte sich am Landesgericht Wiener Neustadt voll schuldig und gab an, wegen seiner Drogensucht unter anderem zwei Trafik-Filialen überfallen zu haben. Das Urteil - dreieinhalb Jahre Haft - ist nicht rechtskräftig.

Von NÖNat Online-Team. Erstellt am 17. September 2020 (15:41)
Der Angeklagte am Landesgericht Wiener Neustadt.
NÖN/bs

Wegen zweier bewaffneter Trafik-Überfälle im Februar stand jetzt ein 22-jähriger Neunkirchner vor Gericht. Außerdem wurden dem Mann von der Staatsanwaltschaft fast 40 Einbrüche in Zeitungskassen im ganzen Bezirk vorgeworfen.

Der Angeklagte bekannte sich im Rahmen des Prozesses am Landesgericht Wiener Neustadt voll schuldig und gab an, dass seine Drogensucht der Grund für alle Taten gewesen sei. Mit Cannabis, Ecstasy, Kokain und zum Schluss Crystal Meth „ging mein Leben den Bach hinunter“, erklärte er.

Den ersten Trafikraub habe er aus Geldnot am 1. Februar in Ternitz verübt. „Ich hatte 800 Euro Schulden bei meinem Dealer und auch welche bei den Eltern.“ Der Mann betrat kurz nach sechs Uhr früh die Trafik. „Ich fragte, was er will, er sagte ,Geld her' und hielt mir ein Papiersackerl hin. Er hat eine Pistole aus der Tasche geholt, ich hatte Panik“, erzählte die Angestellte des Geschäfts vor Gericht.
Der Angeklagte hatte sich mit Mütze, Sonnenbrille und Tuch vermummt. „Ich konnte mit 1.480 Euro fliehen“, so der Mann. Damit bezahlte er seine Schulden und kaufte neue Drogen. Die Waffe, eine Softgun, habe er im Wald vergraben, „weil ich so etwas nie wieder tun wollte“.   

Erneut Schulden beim Dealer bezahlt

Allerdings war er zwei Wochen später, am 15. Februar, auf Entzug und einmal mehr pleite. Deshalb grub er die Waffe wieder aus. Diesmal fuhr der Angeklagte zu einer Trafik in Neunkirchen. Die Angestellte dieses Geschäfts schilderte die Tat vor Gericht: „Es war um sieben Uhr in der Früh am Samstag. Ich war hinten und hörte die Türglocke." Als sie den Geschäftsraum betrat, habe sie einen Mann gesehen, „aber man sah nichts vom Gesicht. Er sagte ,Geld her, schnell' und ich konnte die Waffe in seiner Hand sehen. Er hat gezittert und ich hab' das Papiergeld in sein Sackerl gegeben.“ Danach sei er weggelaufen.

Der Angeklagte erklärte, dass er mit der Beute, 550 Euro, wieder Schulden beim Dealer und Drogen bezahlt habe. Das Gewand habe er nach dem Überfall sofort gewechselt und es mitsamt der Waffe in einen Bach geworfen. Trotzdem war es schlussendlich die Waffe, durch die die  Polizei auf den Mann aufmerksam wurde. Außerdem fand sich auf einer der aufgebrochenen Zeitungsständerkassen dann auch sein Fingerabdruck.
Der Angeklagte wurde – nicht rechtskräftig – zu dreieinhalb Jahren Haft verurteilt.