Neunkirchen sucht dringend einen Stadtamtsdirektor. Jobangebot für Abgang von Robert Wiedner ausschlaggebend. ÖVP-Stadtchef dementiert Rücktritts-Gerüchte.

Von Christian Feigl. Erstellt am 02. Dezember 2020 (05:55)
Robert Wiedner hört auf.
Christian Feigl

Überraschung. Allerdings eine, die vor allem ÖVP-Bürgermeister Herbert Osterbauer weniger freut: Am Montag der Vorwoche gab Robert Wiedner seinen Rückzug als Stadtamtsdirektor mit 31. Jänner bekannt.

Für den Stadtchef eine Entscheidung, die aus heiterem Himmel kam: „Es gab im Vorfeld absolut keine Anzeichen, als mich Robert Wiedner am Montag um Auflösung seines Dienstverhältnisses bat.“ Ein Wunsch, den Osterbauer akzeptierte, war doch die jahrelange Vergangenheit zwischen den beiden von respektvollem und ehrlichem Umgang geprägt.

„Ich werde sicher nicht gleichzeitig mit Wiedner zurücktreten. Das ist vielleicht von manchem ein Wunschdenken, aber so enge Freunde sind wir dann doch nicht.“ Bürgermeister Herbert Osterbauer

Wiedner, der seit 2011 als Stadtamtsdirekter und Nachfolger von Dieter E. Gansterer fungierte, nennt im Gespräch mit der NÖN die Gründe für seinen Rückzug: „Zum einen liegen sie im privaten Bereich, zum anderen habe ich ein Jobangebot bekommen, das ich wahrscheinlich nur einmal im Leben kriegen werde.“ Deshalb habe er im Endeffekt auch nicht lange überlegen müssen. Mit seiner Diversion, die er vor zwei Jahren wegen nicht erlaubter Weitergabe von Bewerbungsanforderungen, vom Gericht aufgebrummt bekam, habe der Jobwechsel jedenfalls nichts zu tun, versichert er: „Das ist längst vorbei!“

Wohin ihn seine Reise führt, möchte er aber nicht verraten: „Das habe ich meinem neuen Arbeitgeber versprochen und daran halte ich mich auch.“ Was er allerdings verrät: Dass die neue Tätigkeit eine Mischung aus seiner bisherigen beruflichen Erfahrungen wird. Bis zum letzten Arbeitstag ist eine Übergabe in geordneten Bahnen beabsichtigt.

Mittlerweile hat die Stadt auch die Ausschreibungskriterien zur Nachfolge veröffentlicht: „Bis 15. Dezember sind Bewerbungen möglich“, so der Bürgermeister. Die Entscheidung für Wiedners Nachfolger soll in einem Hearing, bei dem Vertreter aller Gemeinderatsfraktionen dabei sein werden, fallen. Osterbauer hätte gerne, dass Bezirkshauptfrau Alexandra Grabner-Fritz dieses Hearing leitet: „Sie hat so etwas schon einmal bei uns gemacht und wäre über alle Parteigrenzen unumstritten!“

Der Bürgermeister hofft, dass im Idealfall der Nachfolger oder die Nachfolgerin mit 1. Februar die Stelle antreten kann. Übrigens haben sich auch schon erste Interessenten erkundigt: „Zwei haben mich bereits angerufen“, so der Stadtchef und auch bei Wiedner hat sich bereits eine Person gemeldet und nach den Anforderungen erkundigt.

Mit einem Gerücht, dass aktuell die Runde macht, möchte Herbert Osterbauer auf diesem Weg aber aufräumen: „Ich werde sicher nicht gleichzeitig mit Wiedner zurücktreten. Das ist vielleicht von manchem ein Wunschdenken, aber so enge Freunde sind wir dann doch nicht, das würde zu weit gehen“, muss er bei Nachfrage zu den Gerüchten herzhaft lachen. Gleichzeitig bekräftigt er auch seine Absicht, die Amtsperiode zu Ende zu bringen.