Grünbacher Kulturhaus sperrt Tore. Obfrau nennt Zustand des Hauses als Grund. Ortschef führt noch Gespräche.

Von Johannes Authried. Erstellt am 18. September 2020 (05:33)
Der Grünbacher „Urhof 20“.
Grabner Philipp

„Es war nicht so geplant, aber es muss sein!“ Das sagt Bea von Schrader, die Leiterin des „Urhof 20“, über das Ende des Kulturhauses in Grünbach. Sämtliche Veranstaltungen des heurigen Jahres sollen – so dies aufgrund der Coronakrise überhaupt möglich ist – noch durchgeführt werden. Doch danach ist endgültig Schluss.

Als Hauptgrund für das Aus nennt von Schrader das in die Jahre gekommene Haus und die regelmäßig anfallenden Reparaturen. Neben den Gemäuern und Fenstern sei auch das Dach ein Problemfeld.

Dabei sah die Zukunft des Zentrums für Performancekunst, wie sich der „Urhof 20“ selbst bezeichnet, noch vor einigen Jahren recht vielversprechend aus: „Der Hof erhielt 2014 den Kulturpreis des Landes und der damalige Landeshauptmann versprach, das Haus wiederaufzubauen. Voller Zuversicht sind wir mit Kostenvoranschlägen von circa 350.000 Euro in die Kulturabteilung gefahren und enttäuscht nach Hause.“ Auch 2018 habe es gute Gespräche mit dem Land gegeben, in denen zugesagt worden sei, dass die Gemeinde volle Unterstützung erhalte, das Haus zu sanieren. Von Schrader zeigt sich enttäuscht: „Ich kann nicht mehr. Die Last des Hauses ist für mich ein unheimlich großes Paket und die Gemeinde sagt seit zwölf Jahren, sie hat kein Geld.“

Bürgermeister Peter Steinwender (SPÖ) sieht das Ende noch nicht in Stein gemeißelt. „Wir wollen versuchen, das Gebäude zu erhalten und auch die jetzige Leiterin soll ihren Platz behalten“, so Steinwender auch mit Blick darauf, dass von Schrader gegenüber der NÖN in Aussicht stellt, künftig nicht mehr für ein Engagement im „Urhof 20“ zur Verfügung stehen zu wollen. Steinwender führt aber aus, dass die Gemeinde derzeit andere „Baustellen“ habe – trotzdem wolle er das Haus nicht verfallen lassen: „Kultur braucht Vielfalt und da war Bea eine ganz große Bereicherung. Im Augenblick kann ich mir einen Kauf des Hauses durch die Gemeinde nicht vorstellen. Man sollte den Verein fortführen und in zwei, drei Jahren kann ich mir vorstellen, dass wir finanziell wieder mehr Luft haben.“ Gespräche mit von Schrader seien überdies noch ausständig, so der SPÖ-Bürgermeister zur NÖN.

In der Kulturabteilung des Landes heißt es, man habe seit dem Treffen im September 2018 nichts mehr aus Grünbach gehört. Das Kulturhaus sei in den letzten Jahren mit durchschnittlich 30.000 Euro pro Jahr unterstützt worden. Ein Ende des „Urhofs“ sei sehr bedauerlich.