Bezirk Neunkirchen: Skiurlaub ist äußerst ungewiss. Große Unsicherheit herrscht bei den Reisebüros. Es werden viel weniger Buchungen als sonst verzeichnet.

Von Nadine Gasteiner und Thomas Wohlmuth. Erstellt am 25. November 2020 (05:33)
Symbolbild
Bilderbox

Die Reisebürobranche im Bezirk befindet sich derzeit in einer sehr schwierigen Lage, was natürlich auch auf die Buchungslage im Wintertourismus zutrifft, wie ein NÖN-Rundruf bei einigen Reisebüros im Bezirk ergab. „Wir befinden uns derzeit in einer wirtschaftlich äußerst schwierigen Situation, im heurigen Jahr haben wir einen Umsatzausfall von 85 Prozent“, erklärt Markus Waclawek, Junior-Chef im Reisebüro Schwarzott im NÖN-Gespräch. Seine Mitarbeiterin Victoria Kampichler pflichtet ihm bei: „Wir haben derzeit keine einzige Buchung für den Winter, es gibt zwar unverbindliche Anfragen, aber viele Kunden trauen sich momentan nicht, fix zu buchen.“ Auch bei den Busreisen sieht es bei der Firma Schwarzott schlecht aus, die geplanten Adventfahrten sind zwar noch nicht abgesagt, aber es ist aufgrund der Lockdown-Maßnahmen alles in der Schwebe. „Wir können auch derzeit keine Mehrtagesfahrten in Österreich anbieten, da die Hotels ja keine Touristen beherbergen dürfen“, so Waclawek.

Ähnlich sieht es auch bei den Reisebüros Paar Tours und Retter Reisen aus. Andreas Erdely von Retter Reisen berichtet gegenüber der NÖN: „Die Buchungen sind bei uns gleich Null. Vor allem bei den Gruppenreisen, an denen hauptsächlich Pensionisten teilnehmen, würde es eher in die Nachbarländer gehen. Es gäbe zum Beispiel eine Advent reise, die auch ins Ausland ginge, diese kann in der derzeitigen Situation so nicht stattfinden. Man merkt hier die Unsicherheit bei den Reiseveranstaltern und Kunden. Solange es diese Angst gibt, wird es immer Leute geben, die nicht fortfahren wollen.“ Auch der Neunkirchner Busunternehmer Patrick Nemec ist von der Situation gefordert: „Es sieht zur Zeit recht unsicher aus, aber die Leute erkundigen sich vorsichtig nach den Fahrten im nächsten Jahr. Generell fällt mir auf, dass die Menschen reisen wollen, von den Maßnahmen jedoch schon ziemlich genervt sind.“

gorillaimages/Shutterstock.com; NÖN-Grafik: Bischof

Die Reisebürobetreiberin Sandra Schandel aus Pitten bemerkt auch, dass viele Leute grundsätzlich ins Ausland möchten. Es stelle sich hier die Frage der rechtlichen Bedingungen und Einschränkungen. Schandel geht davon aus, dass sicher noch zwei, drei Jahre benötigt werden, um das gewohnte Buchungsniveau wieder zu erreichen. Bezüglich des kommenden Sommers verzeichnet das Reisebüro in Pitten ebenfalls kaum Buchungen. Normalerweise wird hier im Winter schon eifrig für den Sommer geplant.

Etwas optimistischer sieht Natascha Schweiger-Nemec, Inhaberin von Nemec-Reisen in Neunkirchen und Gloggnitz, die Situation: „Der Sommer war einigermaßen gut, aber die Winterfernreisen sind natürlich kaum nachgefragt. Immerhin habe ich vor Kurzem eine Reise nach Ägypten verkaufen können. Aber etliche Kunden, darunter viele treue Stammkunden, haben ihre Fernreise schon auf einen Winterurlaub in Österreich umgebucht.“ Schweiger-Nemec sieht die Stärke ihres Reisebüros im breit gefächerten Angebot, so kann man bei ihr neben einsamen Almhütten auch Events wie zum Beispiel Ballonfahrten buchen.

Eine aktuelle Studie des Markt- und Meinungsforschungsinstituts „Marketagent“ bestätigt die Aussagen der Reisebüros im Bezirk: Nach dieser würde nur gut ein Drittel der Österreicher einen Winterurlaub planen und dabei mit fixen Buchungen noch zurückhaltend sein. Lediglich acht Prozent haben derzeit einen Urlaub fix gebucht. Der Großteil geht davon aus, dass Corona die Urlaubspläne negativ beeinflussen wird.

Umfrage beendet

  • Plant ihr heuer einen Winterurlaub?