Enorme Beratungssteigerung bei der AK Neunkirchen. Der „Lockdown“ war gleichzeitig auch der Startschuss für einen Marathon der Arbeiterkammer. In den letzten Monaten gab es eine Beratungssteigerung von 115 Prozent.

Von Tanja Barta. Erstellt am 08. August 2020 (05:22)
Bezirksstellenleiter Gerhard Windbichler und Kammerrat Stefan Schärf bedanken sich bei den Mitarbeitern der Arbeiterkammer für die intensive Arbeit in den letzten Wochen.
Tanja Barta

Kurz nachdem der „Lockdown“ in Österreich in Kraft trat, liefen die Telefone bei der Arbeiterkammer in Neunkirchen heiß. Im Rahmen einer Pressekonferenz zogen Bezirksstellenleiter Gerhard Windbichler und Kammerrat Stefan Schärf eine erste Bilanz.

Kurzarbeit, Sicherheit am Arbeitsplatz, die hohe Arbeitslosigkeit oder auch die Frage, wer als Risikopatient gilt und wer nicht, waren jene Themen, die die Arbeiterkammer in den letzten Wochen am meisten beschäftigten. 8.615 Beratungen gab es allein im ersten Halbjahr. Beraten wurde unter anderem auch eine Frau, die zwölf Jahre lang als Gartenplanerin in einem Unternehmen angestellt war. Während ihre Kollegen in Kurzarbeit geschickt wurden, bekam sie eine einvernehmliche Kündigung nach Hause geschickt. „Einvernehmlich war das aber nicht“, so Gerhard Windbichler. Sowohl die Frau, als auch die Arbeiterkammer versuchten, Kontakt zum Firmenchef aufzunehmen, beide Versuche blieben aber erfolglos. „Dieser Fall geht demnächst vor Gericht“, informiert der Bezirksstellenleiter.

Derzeit gibt es im Bezirk über 1.000 Kurzarbeitsvereinbarungen. Der Herbst werde für die Arbeiterkammer noch spannend: „Was auf uns zukommt, traue ich mich nicht sagen“, so Windbichler. Kammerrat Stefan Schärf zeigt sich aber davon überzeugt, dass Nachwehen des „Lockdowns“ zu spüren sein werden: „Im Herbst werden vermutlich noch einige Insolvenzen auf uns zukommen.“