Debatte über neue Müll-Abgabezeiten in Neunkirchen

Erstellt am 22. Juni 2022 | 05:31
Lesezeit: 3 Min
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Das neue Wertstoffsammelzentrum an der B 17.
Foto: Tanja Barta
Stadtchef Herbert Osterbauer fordert längere Öffnungszeiten. Zumindest Kompromiss beim Grünschnitt erreicht.

Es wird zwar erst am Samstag offiziell in Betrieb genommen, bereits im Vorfeld ist aber eine heftige Debatte über die Öffnungszeiten beim neuen Wertstoffsammelzentrum an der B 17 bei der Grünen Tonne entbrannt. Neunkirchens ÖVP-Stadtchef Herbert Osterbauer steigt deswegen auf die Barrikaden.

Ihn stören die seiner Meinung nach „nicht kundenfreundlichen“ Öffnungszeiten: „Wenn die so bleiben, obwohl mir Verbesserungen versprochen wurden, dann bin ich schwerst verärgert und werde mir überlegen, die Gebühren zu bezahlen“, prescht er in die Offensive. Denn dass nur an einem Tag länger als bis 16 Uhr geöffnet ist und am Wochenende gar nicht, liegt ihm schwer im Magen: „Bei der Präsentation wurde uns etwas anderes versprochen. Der Großteil der Bevölkerung ist berufstätig und hat vor 16 Uhr keine Zeit. Und im Garten passiert halt bezüglich des Grünschnitts das Meiste am Wochenende!“ Zwar ist die Anlage grundsätzlich nur mit einer Bürgerkarte benutzbar, doch diese gewährt eben auch nur während der Öffnungszeiten Zutritt.

„Denn sonst ist die Gefahr groß, dass illegaler Müll seinen Weg in die Container findet. Und wir müssen die Trennqualität halten, sonst wird die Entsorgung noch teurer“
Abfallwirtschaftsverbandsobmann Engelbert Pichler

Der Hintergrund ist: Die Erfahrungen haben gezeigt, dass bei der Ablieferung des Mülls Betreuer vor Ort sein müssen. „Denn sonst ist die Gefahr groß, dass illegaler Müll seinen Weg in die Container findet. Und wir müssen die Trennqualität halten, sonst wird die Entsorgung noch teurer“, weiß Abfallwirtschaftsverbandsobmann Engelbert Pichler. Gleichzeitig bietet er zumindest beim Grünschnitt einen Kompromiss an: „Wir werden da auch für den Samstag eine Lösung finden. Genaue Details werden gerade ausgearbeitet“, erklärt er. Bezüglich der restlichen Öffnungszeiten verweist Pichler auf das Arbeitszeitgesetz: „Wir sind mit den angebotenen Öffnungszeiten bereits sechs Stunden über der Regelarbeitszeit und entsprechen damit auch den Vorgaben des Landes. Alles andere wird sehr teuer. Denn Nacht- oder Sonntagsstunden sind doppelt zu bezahlen!“