Bischof Alois Schwarz: Hören statt reden. Unter dem Titel "Bereitmachen. Durch den Advent mit Bischof Alois Schwarz" ist ein täglicher Impuls unseres Diözesanbischofs auf NÖN.at zu lesen.

Von Bischof Alois Schwarz. Erstellt am 14. Dezember 2019 (05:00)
Pressestelle / Helge Bauer

„Während sie den Berg hinabstiegen, gebot ihnen Jesus: Erzählt niemand von dem, was ihr gesehen habt, bis der Menschensohn von den Toten auferstanden ist.“ (Mt 17,9a.10-13)

In Johannes dem Täufer erleben wir einen von Gott Gesandten, der uns zu Jesus Christus führt. Er bringt uns gleichsam auf die richtige Spur. Er zeigt sich in der Wüste, wie ein Herzenswegweiser. Gott hat ihn zu einem Vorankündiger für den Messias berufen. Johannes steht zwar schon im Lichtschein Jesu, er selbst ist aber noch nicht das Licht.

In der Lesung, beim Propheten Jesaja, hören wir, dass der Geist Gottes auf ihm ruht, weil der Herr ihn gesalbt hat. Wenn ein Mensch von Gottes Geist erfüllt ist, dann zeigt er sich vom Licht Gottes erfüllt. Er ist barmherzig, er tröstet, er bringt ein Wort des Heils denen, deren Seelen betrübt und verletzt sind. Johannes war so jemand, einer, der den Menschen Gutes getan hat, der sie getauft hat und sie somit zu Gott geführt hat. Johannes war ein Lichtbringer. Sein Licht lässt die Menschen froh werden.

Die Menschen werden aufgefordert das Licht zu bewahren. Dieser Auftrag ist ein Auftrag an uns alle. Immer wieder, und das kennt jeder und jede von uns, werden wir versucht, das Licht in unseren Herzen, erlöschen zu lassen. Dies geschieht durch Lieblosigkeit, durch Neid, durch Eifersucht, durch Undankbarkeit und Unzufriedenheit.

Deshalb möchte Jesus die Jünger davor bewahren von den Dingen zu sprechen, die sie noch nicht begreifen können.

Bei uns ist das ganz ähnlich. Es gibt Dinge, Erlebnisse, Erfahrungen, die so wunderbar und groß sind, die wir zunächst noch nicht aussprechen sollen, sondern tief in unserem Herzen bewahren sollen, um sie dann, wenn die Zeit dafür reif ist auszusprechen.

Manchmal braucht es ein Zurücknehmen der Worte, damit man sich neu verbal sammeln kann für das Große, das uns bevorsteht.

Immer wieder begegnen wir in der Heiligen Schrift Geschichten von Menschen, die Gottes Stimme gehört haben, wie zum Beispiel Maria. Sie bewahrte alles, was ihr der Engel sagte, in ihrem Herzen.

Auf Gottes Stimme hören anstatt Dinge zu zerreden, um so Zeit zu finden für das Wesentliche im Leben. Das ist der Auftrag an uns in diesen Adventtagen.