Mit Bischof Schwarz durch den Advent: Durchatmen. Unter dem Titel "Bereitmachen. Durch den Advent mit Bischof Alois Schwarz" ist ein täglicher Impuls unseres Diözesanbischofs auf NÖN.at zu lesen.

Von Bischof Alois Schwarz. Erstellt am 03. Dezember 2019 (05:00)
Gedanken zum Advent von Bischof Alois Schwarz
Pressestelle / Helge Bauer

In unserem Land erlebe ich bei den Menschen das ganze Jahr über viel Sinn für Brauchtum, Festlichkeit und Feiern. Im Advent wird dies in besonderer und vielfältiger Weise erlebbar. Der Advent ist für viele mit ganz viel Erinnerungen und Emotionen verbunden. Gerüche, Stimmungen, Klänge erinnern oft an ganz bestimmte Situationen in der eigenen Kindheit.

Der Advent ist eine Einladung, durchzuatmen, still zu werden und sich Zeit zu nehmen – Zeit für Begegnungen und Gespräche, vielleicht im Lichtschein der Kerzen am Adventkranz, um sich dankbar von Erinnerungen an früher zu erzählen. Das Gespräch mit älteren Menschen und das Hören darauf, wie Kinder auf das Christkind warten und nach Gott fragen, schafft eine Atmosphäre, welche die Zeit des Advents so unverwechselbar und unvergesslich macht.

Wir brauchen in unserer Gesellschaft Zeit zum Durchatmen. Wir brauchen Aufmerksamkeit füreinander, Sensibilität für die Botschaft von Weihnachten und die Bereitschaft, zu Gott hin umzukehren, den Glauben und auch die Hoffnung zu erneuern. Das kann manchmal auch bedeuten, um Vergebung zu bitten, Versöhnung mit den Bruchstellen des Lebens, mit ungelösten und auch unlösbaren Fragen, die zu ertragen sind, zuzulassen.

So kann uns im Licht der Kerzen die Güte und Menschenfreundlichkeit Gottes erhellen, um auch an uns selbst sichtbar zu werden.

Durchatmen und darauf vertrauen, dass unser Leben, unser Dasein fruchtbar wird. In der heutigen Tageslesung heißt es unter anderem:

„Doch aus dem Baumstumpf Isais wächst ein Reis hervor, ein junger Trieb aus seinen Wurzeln bringt Frucht.“ (Jes 11,1-9)

Da erinnern wir uns an das Wunder der Schöpfung, die aus einem kleinen Zweiglein etwas Großartiges, etwas Genießbares, etwas Nährendes hervorbringt. Das ist die unendlich große Liebe Gottes zu den Menschen, wenn er seinen Sohn zur Erde schickt: Wir dürfen an Jesus lernen, wie unser Leben Frucht bringen kann, wie wir durch unser Tun genießbar werden für andere. Der Weg durch den Advent möchte uns darauf wieder neu sensibilisieren, um dann gemeinsam mit dem Kind in der Krippe fruchtbar werden zu können für diese Welt.