141 frühere Arbeitslose helfen in Schulen

Seit einem Jahr läuft Projekt, das Direktoren bei Administrativem entlasten soll. Laut AMS profitieren davon 351 niederösterreichische Schulen.

Erstellt am 13. Oktober 2021 | 05:23
In Schulen fallen neben dem Unterrichten und Betreuen auch zahlreiche administrative Aufgaben an. Dabei
In Schulen fallen neben dem Unterrichten und Betreuen auch zahlreiche administrative Aufgaben an. Dabei bekommen Direktoren nun Unterstützung von 160 ehemaligen Langzeitarbeitslosen.
 
Foto: APA/Hans Punz

Lehrerinnen und Lehrer sollen sich ganz ihrer Hauptaufgabe – dem Unterrichten – widmen können, finden die NEOS. Anlässlich des Weltlehrertags in der Vorwoche forderte ihre Landessprecherin Indra Collini mehr administratives Personal an Schulen, um die Lehrkräfte zu entlassen.

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Indra Collini (NEOS) warnt vor Lehrermangel und fordert Entlastung der Pädagogen.
NEOS

Bundesweit angekündigt wurde eine Aufstockung dieses Personals im Juli 2020. Damals stellten Bildungsminister Heinz Faßmann, die damalige Arbeitsministerin Christine Aschbacher und Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner (alle ÖVP), ein neues Projekt für Langzeitarbeitslose vor. Was ist seither geschehen?

Aus Schulen heißt es, dass vielerorts weiterhin Bedarf an zusätzlichen Arbeitskräften besteht. Direktorin Sonja Kainzbauer von der Volksschule Tulbing im Bezirk Tulln, die selbst einen Antrag für eine Arbeitskraft gestellt hat, meint etwa, dass der Aufwand durch Corona noch wesentlich größer geworden ist. Alexandra Schiffler, Leiterin der Otto-Glöckel-Schule in St. Pölten, merkt an, dass die 2020 angekündigten Maßnahmen spurlos an der Schule vorübergegangen sind. In ihrer Schule fehle es an einer Halbtagskraft.

Heinz Faßmann (ÖVP) erklärte das Projekt damit, dass so mehr Zeit für „pädagogisch Sinnvolles“ bleibe.
Heinz Faßmann (ÖVP) erklärte das Projekt damit, dass so mehr Zeit für „pädagogisch Sinnvolles“ bleibe.
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Laut AMS NÖ profitieren jedoch bereits 351 Schulen von den zusätzlichen Kräften. Seit September 2020 haben insgesamt 160 Ex-Langzeitarbeitslose eine Beschäftigung als administrative Assistenz in einer niederösterreichischen Pflichtschule gefunden. 141 Personen haben aktuell im Rahmen des Projektes einen Job in einer – oder mehreren – Schulen.

Die zusätzlichen Arbeitskräfte greifen jedoch nicht den einzelnen Lehrern, sondern vielmehr den Schulleitern unter die Arme. „Ihre Aufgaben sind jegliche Form von administrativen Tätigkeiten zur Unterstützung der Schulleitungen“, heißt es von der Bildungsdirektion.

Infrage kommt eine Anstellung über das Projekt für Menschen, die älter als 50 Jahre sind, unter 25 Jahre, und seit mindestens sechs Monaten arbeitslos sind oder mindestens 25 Jahre alt und seit 12 Monaten arbeitslos sind. Das AMS leistet Eingliederungsbeihilfe von 60 Prozent, die übrigen Kosten werden vom Land Niederösterreich getragen. Das Projekt läuft bis 2023.