Fahndungserfolg: Satteldiebe sind gefasst!. 360.000 Euro Gesamtschaden richteten zwei Polen in der Reiterszene in Niederösterreich und Wien an. Sie verkauften gestohlene Sättel in Polen und der Ukraine.

Von Gila Wohlmann. Erstellt am 07. Februar 2020 (08:25)

Reiter und Reitstallbesitzer in Niederösterreich und Wien waren in den vergangenen Monaten verunsichert. Überlegungen, wie man Sattelkammern besser absichern könnte, wurden angestellt. Zusperren ist nicht immer leicht möglich, da die Räume  in großen Pferdeinstellbetrieben für alle Reiter zugänglich sein sollen, sodass es oft nur schwer umsetzbar ist, jedem einen Schlüssel zur Verfügung zu stellen.

Erste Taten bei St. Pölten und in Tulln

Die Diebstahlserie begann im Oktober 2019 des Vorjahres. Sattelkammern wurden aufgebrochen und sämtliche hochpreisige Sättel verschiedenster Ausführungen gestohlen.

Erster Coup war im Reitstall Hart in St. Georgen/Steinfelde bei St. Pölten in der Nacht zum 4. Oktober. Am 7. November schlugen die Täter in einem Reitstall in Tulln zu. 23 Sättel wurden entwendet. 

Intensive Ermittlungen der Diebstahlsgruppe des Landeskriminalamtes Niederösterreich mit Unterstützung der Kriminaldienstgruppe der Polizei wurden eingeleitet.

Auch im Weinviertel und im Kamptal zugeschlagen

Am 27. November wurden schließlich Sättel in einem Reitsportbetrieb im 22. Bezirk in Wien gestohlen und am 4. Dezember verschwanden 15 weitere Sättel in einem Reitsportzentrum in Kronberg. Die Serie ging nach dem Jahreswechsel weiter: Am 7. Jänner gab es einen Einbruchsversuch in einem anderen Reitstall im 22. Bezirk. Gestohlen wurde aber nichts. Möglicherweise wurden die Täter bei ihrem Coup gestört.

Am 8. Jänner zog es die Täter abermals nach St. Pölten. Auch hier schlugen sie wieder im Reitstall in Hart zu und stahlen 20 Sättel. In Kammern in Kamptal wurde dann ein weiterer Einbruch auf einem Pferdehof angezeigt. Auch hier wurden 20 Sättel entwendet.

Ein Einbruchsversuch in einem Pferdestall in Rohrendorf am 17. Jänner war der nächste Coup. Die Satteldiebe brachen schließlich in der großen Reitsportanlage in Wien-Freudenau am 22. Jänner ein und entwendeten mehrere Sättel. Ein Coup am 28. Jänner in einem  Reitstall in Tulln kurz vor Mitternacht scheiterte. Erfolgreicher waren sie im Reitsportzentrum in Stetten. Hier ließen sie 16 Sättel mitgehen.

Täter wurden schließlich in Drasenhofen gefasst

Die intensiven Ermittlungen führten schließlich zum Erfolg. Als die Täter in der Nacht auf Dienstag wieder in Stetten zu schlugen, wurde ihrem Treiben ein Ende gesetzt.

Die Einsatzgruppe zur Bekämpfung der Straßenkriminalität nahm die Verdächtigen in Drasenhofen fest. Die beiden Polen hatten in ihrem Mietwagen 16 Sättel im Wert eines mittleren fünfstelligen Eurobetrags verstaut. Ebenso wurde Einbruchswerkzeug sichergestellt.

Bei den Einvernahmen im Landeskriminalamt Niederösterreich zeigten sich der 42-Jährige und sein 45-jähriger Komplize geständig. Das Sattelzeug wurde an unbekannte Abnehmer in Polen und in der Ukraine verkauft. Es entstand durch ihr professionelles Treiben den Pferdebesitzern ein Gesamtschaden von 360.000 Euro. Die beiden Männer wurden auf Anordnung der Staatsanwaltschaft St. Pölten in Untersuchungshaft genommen.

„Durch die perfekte Zusammenarbeit der Ermittler unserer Diebstahlgruppe, den Kriminalisten der Polizei Tulln und insbesondere aufgrund der professionellen Tätigkeit der Einsatzgruppe zur Bekämpfung der Straßenkriminalität konnte diesen Tätern das Handwerk gelegt werden“, lobt Landeskriminalamtsleiter Omar Haijawi-Pirchner sein Team.